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Heizöl wird zur Wochenmitte günstiger

Die Ölpreise ziehen am Mittwoch wieder an, während ein Bericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran die Märkte beschäftigt. Gasöl gibt dagegen weiter nach. In Deutschland werden die Heizölpreise heute spürbar günstiger, in Österreich steigen sie leicht.

Am Dienstag hielten sich die Ölpreise zunächst auf hohem Niveau. Meldungen über einen Brand im saudischen Ölhafen Ras Tanura stützten am Vormittag, während in Libyen wieder Öl durch eine zuvor unterbrochene Pipeline fließen kann. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gaben an, die größte Raffinerie Saudi-Arabiens mit einer Kapazität von 550.000 Barrel am Tag getroffen zu haben, saudische Behörden bestätigten das zunächst nicht. In der zweiten Tageshälfte nutzten die ersten Anleger die hohen Preise zum Verkauf, und mit dem Handelsstart in den USA ging es spürbar abwärts. Bis zum Abend fielen die Preise unter die Tiefs vom Montag. Brent schloss 1,93 US-Dollar tiefer bei 113,88 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI fiel mit 99,90 US-Dollar knapp unter die Marke von 100 US-Dollar. Besonders kräftig gab Gasöl nach, das den Tag mit 1.463,00 US-Dollar je Tonne um 57,25 US-Dollar günstiger beendete.

Am Mittwochvormittag kostet Brent 115,40 US-Dollar und damit gut 1,50 US-Dollar mehr als zum Handelsschluss. WTI steht mit 101,74 US-Dollar wieder über der 100er-Marke. Gasöl verliert dagegen weiter und liegt mit 1.437,25 US-Dollar je Tonne knapp 26 US-Dollar unter dem Vorabend. Der Euro hat seit Montag leicht nachgegeben und steht bei 1,11 US-Dollar, was den Preisvorteil beim Einkauf in Europa etwas schmälern kann.

Rückenwind für Rohöl kommt aus dem Nahen Osten. Die Parlamentswahl in Israel brachte am Dienstagabend kein klares Ergebnis, und bis eine neue Regierung steht, dürften Tage oder Wochen vergehen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bleibt bis dahin im Amt. Laut dem Wall Street Journal, das sich auf anonyme Insider beruft, sprechen immer mehr Anzeichen dafür, dass Washington und Israel eine neue Offensive planen. Demnach hat US-Präsident Donald Trump zwar noch keine endgültige Entscheidung getroffen, tendiert aber zu einem groß angelegten Angriff nach den Zwischenwahlen am 3. November. Wie viel Unsicherheit inzwischen im Ölpreis steckt, zeigt der Blick auf das Jahr. Seit Januar hat sich der Preis für Brent nahezu verdoppelt, ausgelöst durch die Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Februar.

Beim Gasöl mehren sich dagegen die Hinweise auf ein etwas größeres Angebot. Laut dem Branchenverband American Petroleum Institute (API) stiegen die US-Bestände an Heizöl und Diesel in der vergangenen Woche um 0,4 Millionen Barrel, obwohl ein Rückgang um 1,1 Millionen erwartet worden war. Bei Benzin waren es sogar 2,4 Millionen Barrel mehr, während die Rohölvorräte um 2,0 Millionen Barrel sanken. Bestätigt das US-Energieministerium diese Zahlen am Nachmittag, könnte das die Preise etwas entlasten. Der offizielle Bericht erscheint wegen der Zeitumstellung schon um 15:30 Uhr. Auch aus Russland kommen Signale für mehr Diesel. Laut Reuters, das sich auf Industriequellen beruft, verarbeitete Russland in der zweiten Oktoberhälfte rund fünf Millionen Barrel Rohöl am Tag und damit etwa ein Viertel mehr als zu Monatsbeginn. Die Dieselproduktion soll im Oktober um mindestens 50.000 auf 225.000 Tonnen täglich gestiegen sein. Zusätzliche Exportmengen könnten den Wettbewerb um Diesel entspannen, bestätigte Lieferungen gibt es dafür aber noch nicht. Am Abend folgt der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve, die den Leitzins nach allgemeiner Erwartung unverändert lassen dürfte.

Der Liter Heizöl kostet im Bundesschnitt 1,73 Euro und damit knapp zwei Cent weniger als am Vortag. Günstiger wird es in allen Bundesländern, am deutlichsten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit jeweils gut drei Cent. In Berlin fällt der Rückgang mit knapp 0,4 Cent am kleinsten aus. Am wenigsten zahlen Kunden in Brandenburg mit 1,70 Euro, am meisten in Hessen mit 1,77 Euro. Am Rhein bleibt die Lage dagegen angespannt. Nach der amtlichen Vorhersage dürfte der Pegel Kaub nach einem kurzen Anstieg am Donnerstag bis Samstag auf rund 46 Zentimeter fallen, was die Transporte in den Westen und Süden weiter belasten kann. Wer ohnehin eine Bestellung geplant hatte, bekommt heute einen günstigeren Einstieg als in den vergangenen beiden Tagen.

In Österreich zieht der Liter dagegen leicht an und kostet 1,86 Euro, gut 0,3 Cent mehr als am Vortag. Der Abstand zu Deutschland wächst damit auf knapp 14 Cent.


Börsendaten:

Mittwoch 28.10.2026 - 10:25 Uhr Schluss Vortag 27.10.2026 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 115,27 $ pro Barrel 114,20 $ pro Barrel +0,94%
Gasöl 1.447,50 $ pro Tonne 1.444,50 $ pro Tonne +0,21%
Euro/Dollar 1,1125 $ 1,1129 $ -0,04% (konstant)
USD/CHF 0,8305 CHF 0,8290 CHF +0,18% (konstant)


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