Die Ölpreise sind in der Nacht zum Mittwoch gestiegen, nachdem am Dienstagabend die Zentrale des saudischen Ölkonzerns Aramco angegriffen worden war. Bis zum Mittag gibt Brent einen Teil davon wieder ab, und auch Gasöl notiert leicht schwächer. Die Heizölpreise ziehen dagegen in Deutschland kräftig an, in Österreich nur leicht.
Die Nacht zum Mittwoch hatte es durchaus in sich. Brent kletterte zeitweise über 106 US-Dollar je Barrel, und die amerikanische Sorte WTI näherte sich der Marke von 95 US-Dollar. Am frühen Morgen hielten sich die Preise noch auf diesem Niveau, bis zum Mittag hat Brent dann aber wieder etwas nachgegeben und kostet jetzt 105,82 US-Dollar. WTI hält sich dagegen mit 94,82 US-Dollar knapp unter der 95-Dollar-Marke. Gasöl, aus dem Heizöl und Diesel entspringen, steht bei 1.467,75 US-Dollar je Tonne und liegt damit leicht unter dem Vortag.
Auslöser war der Angriff auf Aramco, den staatlichen Ölkonzern Saudi-Arabiens. Schon am Dienstagnachmittag hatte die Huthi-Miliz aus dem Jemen die Anlagen des Konzerns erneut zu Angriffszielen erklärt und die Mitarbeiter gewarnt. Daraufhin zogen die Ölpreise mit Beginn des US-Handels deutlich an, beim Gasöl kamen höhere Erdgaspreise als Schub dazu. Am Abend schlugen dann nach Angaben des saudischen Energieministeriums Flugkörper in der Aramco-Zentrale in Dhahran ein und setzten ein Bürogebäude in Brand. Zu dem Komplex gehört laut Reuters auch eine wichtige Schaltzentrale des Konzerns, und ob dort die Arbeit gestört ist, weiß man noch nicht. Verletzte wurden nicht gemeldet.
US-Präsident Trump vermutet den Iran hinter den Huthi-Angriffen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Miliz wolle die Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen gezielt in die Höhe treiben. Zwei iranische Regierungsvertreter sagten Reuters, Teheran greife Schiffe inzwischen mit neuen Methoden an, auch um die Ölpreise hoch zu halten. Trotzdem verschifft die Region laut dem Datendienst TankerTrackers im Oktober so viel Rohöl wie seit Februar nicht mehr.
Im Ukraine-Krieg wackelt die von Trump verkündete Waffenruhe für Energieanlagen. Am Dienstag verlangten zudem zwölf Senatoren beider Parteien, das Diesel-Abkommen mit Russland rückgängig zu machen. In der Nacht zum Mittwoch meldete das russische Verteidigungsministerium dann Angriffe auf sieben ukrainische Energieanlagen, und der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Moskau vor, die Vereinbarung bewusst zu missachten. Heute legt die Internationale Energieagentur (IEA) ihren Monatsbericht vor, am späten Abend folgen die US-Lagerdaten des Branchenverbands API.
Mit der Ruhe beim Heizöl ist es damit erst einmal vorbei. Der deutsche Bundesschnitt liegt heute bei 1,73 Euro je Liter und damit gut vier Cent über dem Wert von gestern. Die leichten Abschläge vom Montag und Dienstag sind damit mehr als aufgezehrt. Für eine Bestellung von 3.000 Litern bedeutet das rund 150 Euro mehr als noch am Dienstag. Das trifft mitten in der Heizsaison vor allem die vielen Haushalte, die ihren Tank jetzt ohnehin auffüllen müssen. Gerade weil die Heizölpreise im Moment so schnell die Richtung wechseln, lohnt sich der tägliche Blick auf den Preisverlauf.
In Österreich fällt der Anstieg deutlich sanfter aus, der Liter kostet heute 1,83 Euro und damit nicht einmal einen Cent mehr als gestern.
Börsendaten:
| Mittwoch 14.10.2026 - 12:33 Uhr | Schluss Vortag 13.10.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 106,38 $ pro Barrel | 106,29 $ pro Barrel | +0,08% |
| Gasöl | 1.469,50 $ pro Tonne | 1.473,50 $ pro Tonne | -0,27% |
| Euro/Dollar | 1,1191 $ | 1,1197 $ | -0,05% (konstant) |
| USD/CHF | 0,8337 CHF | 0,8318 CHF | +0,23% (etwas fester) |
alle Angaben ohne Gewähr
@interaid GmbH