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Heizölnachfrage geht nach Preisrutsch aufwärts

Die Öl- und Heizölpreise können sich am Mittwoch stabilisieren. Eine Aufwärtskorrektur, wie sie am Aktienmarkt zu beobachten ist, bleibt allerdings aus. Die Inlandspreise steigen marginal um 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter. Für Verbraucher bedeutet dies einen weiteren Tag mit hervorragenden Einkaufskonditionen.

Das Heizölpreisniveau verbleibt auf dem günstigsten Stand seit Anfang Februar und liegt deutlich unter dem Vorjahresstichtag. Seit dem Hoch Mitte Mai sind die Notierungen je nach Region um 10 bis 15 Prozent eingebrochen. Der Kundenansturm, der aus dieser überraschenden Kaufgelegenheit resultiert, ist enorm. In den ersten viereinhalb Tagen des Junis 2019 wurde online so viel Heizöl abgesetzt, wie im gesamten Vorjahresmonat. Ein Ende der Bevorratungswelle ist nicht in Sicht. Solange die Preise günstig bleiben oder sogar weiter fallen wird dies in großer Zahl Käufer in den Markt locken. Aufgrund der starken Preisschwankungen ist Heizöl längst ein Ganzjahresprodukt und das Internet sorgt für bestens informierte Schnäppchenjäger.

Wie geht es nach dem Einbruch weiter? Die Angst vor einer globalen Rezession geistert über das Börsenparkett. Handelsstreit und unvermittelt absackende Ölpreise machen nun offenbar sogar die Notenbanken nervös. Entgegen der ursprünglichen Pläne, die Leitzinsen schrittweise zu erhöhen, gibt es Gerüchte, wonach die US-Notenbank Fed stattdessen sogar den Rückwärtsgang einlegen könnte. Während sich die angeschlagenen Aktienmärkte gestern an den Zinsgerüchten erfreuten und eine Erholungsrallye starteten, dümpelt der Ölmarkt weiter vor sich hin. Eine dynamische Erholung sieht anders aus und die Frage nach dem Grund der plötzlichen Ölpreisschwäche bleibt aktuell. War Öl in den letzten Monaten überbewertet und hat sich der Preis nur auf das reelle Niveau zurückgezogen? Oder hat der Ausverkauf gerade erst begonnen und der fallende Ölpreis ist tatsächlich Vorbote des nächsten großen Börsencrashs? Ein abrupt einbrechender Ölpreis war auch im Vorfeld der Bankenkrise 2008 zu beobachten. Hierbei hatte er rund drei Monate Vorlauf auf die restlichen Märkte.

Eine kurzfristige Orientierung für Heizölkunden, Autofahrer und Anleger dürfte sich aus den DOE-Lagerbestandsdaten heute Nachmittag (16:30 Uhr MESZ) ergeben. Steigen diese weiter und bestätigen damit die API-Erhebung von gestern Abend, wir der Abgabedruck am Ölmarkt erneut wachsen. Die Öllagerbestände in den USA steigen seit März deutlich an und bewegen sich in Richtung der Höchststände, die vor den OPEC- Kürzungen von 2016 bzw. 2018 erreicht wurden. Die Entwicklung bleibt äußerst spannend.

Börsendaten:

Mittwoch 05.06.2019 - 12:04 UhrSchluss Vortag 04.06.2019Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 62,16 $ pro Barrel 61,40 $ pro Barrel +1,24%
Gasöl 560,50 $ pro Tonne 557,25 $ pro Tonne +0,58%
Euro/Dollar 1,1285 $ 1,1253 $ +0,28% (etwas fester)
USD/CHF 0,9914 CHF 0,9922 CHF -0,08% (konstant)

alle Angaben ohne Gewähr

@interaid GmbH

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