Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Shell Markenpartner
Uneinigkeit der OPEC+ drückt auf die Ölpreise

Die Ölpreise am Weltmarkt sind mit Abschlägen in die Woche gestartet. Preisbestimmend bleibt die Unruhe im Umfeld des überraschend verschobenen OPEC+-Meetings. Bei einer wetterbedingt anziehenden Nachfrage ergeben sich für Heizölnutzer in Deutschland und Österreich heute allerdings Preisrückgänge von bis zu 1,45 Cent pro Liter. Vielerorts ist der Winter eingekehrt und auf Sicht von 14 Tagen soll es kalt bleiben.

Die Spannungen innerhalb der OPEC+ sorgen für eine deutliche Abwärtsbewegung der Rohölsorten Brent und WTI. Beide unterschritten die jeweils psychologisch wichtigen Grenzen von 80 bzw. 75 Dollar pro Fass und werden mit 79 bzw. 74 Dollar pro Fass gehandelt, Tendenz fallend. ICE Gasoil beginnt ebenfalls eine leichte Abwärtsbewegung und notiert derzeit bei 813 Dollar pro Tonne. Der Euro hält sich wiederum stabil bei 1,094 Dollar. Damit besteht Abwärtspotential für die heutigen Heizölpreise. Dass einige OPEC+-Mitglieder für 2024 höhere Förderquoten fordern, bringt das Förderkartell in die Bredouille, da ursprünglich Gespräche über weitere Kürzungen im Raum standen. Die daraus resultierende spontane Verschiebung des Treffens auf den 30.11.2023 sorgt deshalb für Abwärtsdruck auf die Ölpreise. Es wird davon ausgegangen, dass am Donnerstag ein Kompromiss präsentiert wird. Bis auf Weiteres sind Preistreibende Faktoren, wie z. B., dass drei der größten griechischen Reedereien kein russisches Rohöl per Schiff mehr transportieren werden, in der Defensive.

Hintergrund der Unstimmigkeiten bei der OPEC ist, dass laut interner Quellen ursprünglich weitere Förderquotenkürzungen ausgehandelt werden sollten. Stattdessen wollen nun offenbar die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Angola und Nigeria 2024 höhere Förderquoten. Die VAE werden voraussichtlich 200.000 B/T mehr fördern und starten mit einem Wartungszeitraum für die Ruwais Raffinerie in das neue Jahr, was für einen geringeren Bedarf an Rohöl im eigenen Land und damit noch mehr Verfügbarkeit auf dem Weltmarkt sorgt.

Für Aufwärtsdruck sorgt wiederum, dass die drei größten griechischen Reedereien kein russisches Rohöl mehr verschiffen wollen. Hintergrund ist die Durchsetzung des Preisdeckels durch die USA. Nach Einführung des Preisdeckels wurde die Verladung russischen Rohöls von Schiffen anderer Nationalität auf griechische Tanker sehr beliebt und die Flotte der drei Reedereien von rund 100 Tankern konnte die russischen Exporte über die westlichen Häfen von 2,4 Mio. B/T gut bewältigen. Seit Einführung des Preisdeckels entstehen auch immer mehr Reedereien, welche keine westlichen Dienstleistungen nutzen. Diese sogenannte Schattenflotte ist laut Expertenmeinung allerdings zu klein, um die nun entstandene Lücke zu füllen.

Mit Blick auf das Inland geben die Heizölpreise zum Wochenstart in der gesamten DACH-Region nach. In Österreich können Interessenten einen Rückgang von durchschnittlich 0,15 Cent einplanen. In Deutschland liegt der Rückgang im Schnitt bei 0,75 Cent pro Liter, wobei es vor allem in Bayern regionale Aufwärtsbewegungen gibt. Derzeit sieht es so aus, als ob die Heizölpreise bis zum OPEC+-Meeting am Donnerstag weiter sinken könnten. Allerdings basiert diese Annahme darauf, dass bis dahin keine weiteren relevanten Neuigkeiten für den Ölmarkt bekannt werden. -fr-


Börsendaten:
Montag 27.11.2023 - 12:54 Uhr Schluss Vortag 26.11.2023 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 79,62 $ pro Barrel 80,23 $ pro Barrel -0,76%
Gasöl 817,00 $ pro Tonne 815,25 $ pro Tonne +0,21%
Euro/Dollar 1,0951 $ 1,0945 $ +0,05% (konstant)
USD/CHF 0,8798 CHF 0,8818 CHF -0,23% (etwas schwächer)


alle Angaben ohne Gewähr
@interaid GmbH
zurück