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Ölpreisen fehlt es noch an Richtungsdynamik

Den zweiten Tag in Folge geben die Ölpreise nach und orientieren sich an möglichen Mehrmenge an Rohöl, das durch eine baldige OPEC+-Einigung auf den Markt kommen könnte. Zugleich belastet die Ausbreitung der Delta-Variante die Notierungen, denn dadurch könnte die Nachfrage wieder eingedämmt werden. Unterstützung kommt dagegen von den europäischen Aktienindizes, die sich leicht erholten und für etwas Auftrieb an den Börsen sorgen. Zwar gehen die Heizölpreise heute nicht ganz so stark herunter wie gestern, aber immerhin sind je nach Region bis zu 0,3 Cent bzw. Rappen pro Liter drin.

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gefallen und haben ihre Verluste vom Vortag weiter ausgeweitet. Mit dem gestrigen Kompromiss zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vermuten Anleger, dass eine Anhebung der Fördermengen in den Mitgliedstaaten der OPEC sowie verbündeter Länder wie Russland und Mexiko nun zeitnah realisiert werden könne. Eine endgültige Entscheidung muss jedoch von der gesamten OPEC+-Gruppe ausgehen. Wächst die Angebotsseite könnte die zuletzt sehr stark wachsende globale Nachfrage nach Rohöl abgefangen werden, die aufgrund der Lockerungen von Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie ausging. Des Weiteren haben Marktteilnehmer die aktuelle Ausbreitung der Corona-Variante Delta im Blick. Vor allem in asiatischen Ländern steigen die Inzidenzzahlen mit dem hochansteckenden mutierten Virus an. Im frühen Freitagshandel notierten die Brent-Futures bei 73,23 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Preis für ein Fass der amerikanischen Rohölsorte WTI fiel auf 71,49 US-Dollar.

Mit der Einigung zwischen Riad und Abu Dhabi fielen die Ölpreise auf ihr 5-Wochen-Tief zurück und steuern mit ihrem zweitägigen Rückgang um 3% auf ihren größten wöchentlichen Rückgang seit mindestens Mai zu. Saudi-Arabien genehmigte den VAE eine Erhöhung ihrer Produktionsbasis, die als Grundlage für die jeweilige Quote der Förderkürzungen dient. Erst Anfang Juli wurde das OPEC+-Meeting ohne Vereinbarung beendet, nachdem die VAE Einwände gegen eine Verlängerung der Förderpolitik über den April 2022 erhoben hatten. Mit der Einigung stimmen die VAE zu, mögliche Förderkürzungsmaßnahmen bis Ende 2022 aufrechtzuerhalten. Andere Produzenten der Organisation könnten nun ebenfalls eine Neuberechnung ihrer Produktionsbasis fordern, die das vertagte OPEC+-Meeting zeitlich weiter nach hinten schieben würde. In ihrem aktuellen Monatsbericht geht die OPEC davon aus, dass die weltweite Ölnachfrage im nächsten Jahr auf etwa 100 Millionen Barrel pro Tag steigen werde und damit etwa das Niveau vor der Pandemie erreichen wird. Vor allem die USA, China und Indien, die größten drei Ölverbraucher der Welt, werden für das Nachfragewachstum verantwortlich sein.

Mit dem gestrigen Preisrutsch wurde auch die Nachfrage wieder angeschoben. Generell ist seit Wochenbeginn eine Zunahme der Bestellaktivitäten zu spüren. Auch heute geben die Heizölpreise etwas nach und Verbraucher nutzen den Juli für einen Tankinhalts-Check. Spätestens im September dürfte die nächste Bestellwelle anrollen, denn dann sind viele Tanks, die im Sparjahr 2020 randvoll gefüllt wurden, bereit zum Nachfüllen. Auch tritt ab 2022 eine Anhebung der CO2-Gebühr in Kraft, die etwa 10 Cent pro Liter betragen soll (aktuell 8 Cent/Liter). Durch eine gute Wärmedämmung und ein sinnvolles Heizverhalten kann am Heizölverbrauch aber durchaus eingespart werden. Ölheizer sollten zusätzlich bedenken, dass mit einem erhöhten Bestellaufkommen auch die Lieferfristen durch die Heizölhändler angepasst werden. Daher der Tipp: Nicht zu lange warten, um unnötige Kosten für eine Notlieferung zu vermeiden. Wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat, gibt es immer wieder Preisphasen, die eine gute Einkaufsmöglichkeit bieten. In Kombination mit einer rechtzeitigen Lieferung kann die nächste Heizperiode kommen.

Börsendaten:

Freitag 16.07.2021 - 12:35 Uhr Schluss Vortag 15.07.2021 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 73,63 $ pro Barrel 73,29 $ pro Barrel +0,46%
Gasöl 596,75 $ pro Tonne 593,00 $ pro Tonne +0,63%
Euro/Dollar 1,1803 $ 1,1810 $ -0,06% (konstant)
USD/CHF 0,9193 CHF 0,9174 CHF +0,21% (etwas fester)

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