Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Shell Markenpartner
Ölpreise ziehen nordwärts vor US-Seeblockade

Die Ölpreise haben zum Wochenstart deutlich zugelegt und geben auch heute Morgen nicht nach. Ausschlaggebend ist die von Washington angekündigte Seeblockade gegen den Iran. Zugleich häufen sich die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus, und am Terminmarkt zog auch Gasöl an, weil die Sorge um die Versorgung mit Diesel und Heizöl wächst. Heizölkunden in Deutschland und Österreich müssen heute mit weiter steigenden Preisen rechnen.

An den Börsen ging es schon gestern kräftig nach oben. Brent, das Öl aus der Nordsee, verteuerte sich am Montag um rund neun Prozent und knüpfte heute Morgen an diesen Anstieg an. Aktuell notiert die Sorte bei 85,18 US-Dollar pro Barrel. Das US-Öl WTI folgt mit 80,13 US-Dollar. Gasöl, das an der Londoner Börse gehandelte Mitteldestillat, kostet 1.137,50 US-Dollar pro Tonne. Das ist ein Anstieg von knapp vier Prozent.

Hinter dem Anstieg steht eine erneute Eskalation, die sich über das Wochenende zugespitzt hat. Das US-Zentralkommando CENTCOM flog in der dritten Nacht in Folge Angriffe auf iranische Ziele, darunter Küstenstellungen und Anlagen zur Raketenabwehr. Der Iran wiederum setzt in der Straße von Hormus gezielt Schiffe unter Beschuss. Die Revolutionsgarde IRGC, die mächtigste Streitkraft des Landes, traf nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Öltanker mit Marschflugkörpern. Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben und acht weitere Menschen wurden verletzt. In derselben Nacht meldete Teheran Schläge gegen US-Stützpunkte in Jordanien und Bahrain.

Für den kräftigen Schub am Abend sorgte eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Über seine Plattform Truth Social erklärte er, die USA nähmen die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder auf. Handelsschiffe, die die Meerenge passieren, sollen künftig eine Abgabe von 20 Prozent zahlen. In Kraft treten soll die Blockade noch am heutigen Dienstag. An der rechtlichen Grundlage gibt es allerdings Zweifel, denn die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO, eine Behörde der Vereinten Nationen, sieht keine Basis für Gebühren allein für die Durchfahrt. Irans Außenminister Abbas Araghchi reagierte spöttisch und beanspruchte den Titel des Wächters über die Straße von Hormus für sein Land. Im Kern läuft ein Machtkampf darum, wer die Wasserstraße kontrolliert.

Neuen Druck liefert die Angebotsseite in Russland. In der Nacht traf die Ukraine mit Drohnen eine große Raffinerie in der Teilrepublik Baschkortostan nahe dem Uralgebirge, mehr als 1.400 Kilometer von der Front entfernt. Die Anlage verarbeitet mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Russlands Ölverarbeitung ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit über 20 Jahren gefallen, und an vielen Tankstellen wird der Kraftstoff knapp. Moskau hat den Export von Diesel inzwischen gestoppt. Frische Impulse könnten heute noch die US-Inflationszahlen für Juni bringen. Fallen sie höher aus als erwartet, könnte das die Spekulation auf höhere US-Zinsen anheizen, was den US-Dollar stützen und die Ölpreise bremsen könnte. Am Mittwoch folgt dann der offizielle US-Lagerbestandsbericht des US-Energieministeriums mit den aktuellen Daten.

In Deutschland kostet Heizöl heute im Schnitt 1,28 Euro pro Liter, knapp fünf Cent mehr als am Vortag. Es ist der kräftigste Tagesaufschlag dieses Monats. In der ersten Julihälfte pendelte der Preis noch um 1,14 Euro, zeitweise darunter. Seit gut einer Woche dreht die Kurve nach oben, und das Tempo hat zuletzt spürbar angezogen. Allein die vergangenen beiden Tage brachten zusammen fast acht Cent, über eine Woche summiert sich der Anstieg auf rund elf Prozent.

Beim Kaufverhalten sticht ein Tag heraus. Als die USA Anfang vergangener Woche ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnahmen, schoss die Nachfrage nach oben, während der Preis von 1,16 auf knapp 1,21 Euro sprang. Viele wollten noch zugreifen, bevor die Meldungen den Preis weiter treiben. Seither bleibt die Nachfrage schwach. Die meisten Verbraucher warten also ab, statt in den steigenden Markt hineinzukaufen. Eine Bestellung über 3.000 Liter kostet heute rund 3.850 Euro. Vor einer Woche wären es etwa 3.480 Euro gewesen, ein Unterschied von gut 370 Euro innerhalb sieben Tagen.

In Österreich liegt der Durchschnittspreis bei 1,48 Euro pro Liter. Der dortige Markt hatte sich Ende Juni kurz nach unten abgesetzt, hat diesen Rückgang inzwischen aber mehr als aufgeholt. 

Für Ölheizer bleibt die Abwägung damit unbequem. Wer noch genügend Vorrat im Keller hat, kann die kommenden Tage verfolgen und muss nichts überstürzen. Wer bald nachbestellen muss, sollte die Kurse eng im Blick behalten. Denn solange die Straße von Hormus umkämpft bleibt, kann jede Schlagzeile den Preis in Bewegung setzen. Die abwartende Haltung der meisten Käufer zeigt, dass viele auf eine Gegenbewegung hoffen.


Börsendaten:

Dienstag 14.07.2026 - 09:51 Uhr Schluss Vortag 13.07.2026 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 86,21 $ pro Barrel 83,23 $ pro Barrel +3,58%
Gasöl 1.156,75 $ pro Tonne 1.106,75 $ pro Tonne +4,52%
Euro/Dollar 1,1396 $ 1,1381 $ +0,13% (konstant)
USD/CHF 0,8139 CHF 0,8145 CHF -0,07% (konstant)


alle Angaben ohne Gewähr

@interaid GmbH

zurück