Die Ölpreise drehen am Dienstagmorgen nach oben, nachdem in der Nacht erneut Tanker in der Straße von Hormus beschossen wurden. Gasöl steigt schon den zweiten Tag in Folge, weil ausgefallene Raffinerien in Russland und fehlende Dieselmengen aus der Golfregion das Angebot an Diesel und Heizöl knapp halten. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich ziehen heute weiter an.
Nach Tagen der Richtungslosigkeit gaben neue Angriffe in der Straße von Hormus den Öl-Bullen heute früh neues Futter. In der Nacht zum Montag beschoss die iranische Revolutionsgarde, eine vom regulären Militär getrennte Eliteeinheit Irans, zwei Handelsschiffe mit Raketen. Heute früh kam ein dritter Vorfall hinzu, als vor der omanischen Küste ein Tanker durch ein bislang nicht identifiziertes Geschoss beschädigt wurde. Wer hinter diesem Angriff steckt, ist offen. Iranische Staatsmedien deuten allerdings an, das Schiff habe die Meerenge ohne Abstimmung mit Teheran passieren wollen. Auf diplomatischer Ebene verhärten sich die Fronten, denn Außenminister Abbas Araghchi knüpfte die Gespräche über ein endgültiges Abkommen mit Washington daran, dass die amerikanischen Drohungen zuvor aufhören.
Bei den Produkten setzt sich die Aufwärtsbewegung weiter fort. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Raffinerien zuletzt massiv ausgeweitet und traf am Wochenende erstmals eine Anlage im sibirischen Omsk, mehr als 2.500 Kilometer von der eigenen Grenze entfernt. Die Folgen dieser Angriffe lassen sich inzwischen beziffern. Russlands Exporte von Fertigprodukten wie Diesel fielen im Juni um rund fünfzehn Prozent gegenüber dem Vormonat, während das Land zugleich mehr unverarbeitetes Rohöl verschifft, weil die eigenen Raffinerien es nicht mehr aufnehmen können.
Russland antwortete mit schweren Luftangriffen auf ukrainische Städte, allein in Kiew starben am Wochenende mehr als fünfzig Zivilisten. Präsident Selenskyj reist heute zum NATO-Gipfel nach Ankara, wo er auch Donald Trump treffen und um zusätzliche Luftabwehr werben will.
Die Heizölpreise folgen der Aufwärtsbewegung bei den Produkten und zeigen sich auch heute mit einer weiteren Teuerung. In Deutschland liegt der Bundesschnitt aktuell bei 1,17 Euro pro Liter, das sind etwa ein Cent mehr als gestern. Für Verbraucher verengt sich das Zeitfenster für günstige Einstiegspreise wieder etwas. Wer auf das nächste Preistief spekuliert, aber kaum noch Tankreserven hat, sollte zumindest eine Teilmenge in Betracht ziehen. Dazu kommen erfahrungsgemäß längere Lieferzeiten, wenn der Spätherbst erstmal naht und die Heizung wieder in den Fokus rückt.
In Österreich bewegt sich der Tagesschnitt bei 1,31 Euro pro Liter, ebenfalls mit leichter Aufwärtstendenz. Wer in den vergangenen Tagen ohnehin schon mit einer Order geliebäugelt hat, findet aktuell noch akzeptable Konditionen vor.
Börsendaten:
| Dienstag 07.07.2026 - 10:35 Uhr | Schluss Vortag 06.07.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 72,70 $ pro Barrel | 72,02 $ pro Barrel | +0,94% |
| Gasöl | 977,00 $ pro Tonne | 971,00 $ pro Tonne | +0,62% |
| Euro/Dollar | 1,1433 $ | 1,1444 $ | -0,10% (konstant) |
| USD/CHF | 0,8062 CHF | 0,8046 CHF | +0,20% (konstant) |
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