Der Ölmarkt dreht in der Nacht abrupt. Nur Stunden zuvor drohte eine massive Ausweitung des Konflikts: US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt und im Falle eines Scheiterns Angriffe auf zentrale Infrastruktur angekündigt – bis hin zur vollständigen Zerstörung. Kurz nach Ablauf dieser Frist folgt die Kehrtwende. Washington und Teheran verständigen sich auf eine zweiwöchige Feuerpause. Die Preise reagierten sofort und fielen unter 100 US-Dollar. Die Entlastung drückt auch die Heizölpreise weit nach unten. In Deutschland zahlen Verbraucher durchschnittlich 13 Cent je Liter weniger.
Die Wende kam in letzter Minute. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran eine klare Frist gesetzt: Sollte die Straße von Hormus nicht bis Fristablauf für den Schiffsverkehr geöffnet werden, drohten Angriffe auf zentrale Infrastruktur. In seinen öffentlichen Aussagen nannte er dabei ausdrücklich Kraftwerke, Brücken und Energieanlagen. Die Kette aus Drohungen hatte sich immer mehr in die Ölpreise gehakt.
Der Iran ordnete die Angriffe der USA und Israels klar als Verstoß gegen das Völkerrecht ein und begründete damit seine militärischen Gegenschläge. Außenminister Araqchi machte zugleich deutlich, dass ein Aussetzen dieser Operationen nur dann in Frage kommt, wenn die Angriffe vollständig eingestellt werden. Zudem knüpfte er den vorübergehenden Waffenstillstand an konkrete Bedingungen.
Diese Bedingungen sind im iranischen 10-Punkte-Plan gebündelt, der in den vergangenen Tagen über Vermittler eingebracht wurde. Gefordert werden ein vollständiges Ende aller Angriffe, verbindliche Sicherheitsgarantien, die Aufhebung der Sanktionen und der Abzug ausländischer Truppen aus der Region. Hinzu kommen wirtschaftliche Punkte wie Entschädigungen und die Freigabe eingefrorener Gelder. Zentral ist zudem die Rolle der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht Einfluss auf die Absicherung und Nutzung der Route und stellt damit die Kontrolle über einen der wichtigsten globalen Öltransitwege zur Diskussion.
Und dann kam es doch noch zu einer Einigung. Die USA setzen die angekündigten Angriffe vorerst aus, während Teheran im Gegenzug signalisiert, die Straße von Hormus für zwei Wochen wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen und eine sichere Passage zu ermöglichen. In Europa wurde die Vereinbarung als Schritt zur Deeskalation begrüßt. Gleichzeitig formiert sich international Unterstützung für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Frankreich möchte gemeinsam mit rund 15 weiteren Staaten an einer defensiven Mission arbeiten, um die Passage durch die Meerenge abzusichern und den Öltransport wieder in Gang zu bringen.
Die Reaktion an den Börsen fällt entsprechend deutlich aus. Brent und WTI geben kräftig nach und rutschen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Ein großer Teil der zuvor eingepreisten Risiken wird auf einen Schlag ausgepreist. Diese Bewegung setzt sich auch am Produktmarkt fort. Die Gasölpreise, die zuvor bis in die Nähe der Hochs aus dem Jahr 2022 gestiegen waren, drehen spürbar nach unten und nehmen damit einen Teil des Drucks aus dem europäischen Heizölmarkt.
Die Entspannung am Weltmarkt schlägt nun deutlich auf die Heizölpreise durch. Nach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen Tage drehen die Preise wieder nach unten und geben einen Teil ihres Gewichtes ab. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt aktuell bei rund 1,42 Euro je Liter. Eine Bestellung von 3.000 Litern kostet im Vergleich zu gestern damit rund 450 Euro weniger. Mit der Entspannung wird ein spürbarer Teil der jüngsten Preisspitze wieder korrigiert, auch wenn das Niveau insgesamt weiterhin erhöht bleibt. Innerhalb Deutschlands bleibt die bekannte Struktur bestehen. Regionen im Norden liegen weiterhin über dem Durchschnitt, während südliche Regionen spürbar darunter notieren. Die Differenz bleibt damit erhalten, auch wenn sich das gesamte Preisniveau nach unten verschiebt.
Im Vergleich mit den Nachbarländern zeigt sich ein uneinheitliches Bild. In Österreich bleibt die Korrektur in engem Rahmen und drückt die Heizölpreise nur mäßig nach unten. Dort kostet ein Liter des flüssigen Brennstoffs aktuell noch 1,90 Euro im landesweiten Durchschnitt.
| Mittwoch 08.04.2026 - 11:01 Uhr | Schluss Vortag 07.04.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 94,18 $ pro Barrel | 103,40 $ pro Barrel | -8,92% |
| Gasöl | 1.254,25 $ pro Tonne | 1.445,00 $ pro Tonne | -13,20% |
| Euro/Dollar | 1,1681 $ | 1,1597 $ | +0,72% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,7886 CHF | 0,7967 CHF | -1,02% (schwächer) |
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