Nach den deutlichen Bewegungen zum Wochenstart zeigen sich die Ölpreise am Dienstag ohne klare Richtung. Ein neues Angebot vom Iran wurde an die USA übermittelt. Forderungen und Drohkulissen bleiben jedoch unverändert, sodass Reaktionen regelrecht erwartet werden. Das neutralisiert gegensätzliche Impulse und lässt die Ölpreise verschnaufen. Auch die Heizölpreise im Inland zeigen sich recht unbewegt und schließen sich der Verschnaufpause an.
Die Ölpreise ziehen am Dienstagvormittag mit wenig Dynamik seitwärts und warten nun auf Washingtons Antwort auf die jüngsten Forderungen des Irans. Trump hatte einen für heute geplanten Militärschlag gegen den Iran kurzfristig gestoppt. Auslöser war ein neuer Vorschlag aus Teheran, der über Pakistan nach Washington gelangte. Gleichzeitig bleiben gewohnte Drohungen über eine Fortführung der US-Angriffe bestehen.
Die Reaktion aus den USA dürfte jedoch absehbar sein. Teheran fordert nicht nur ein Ende der Kampfhandlungen, sondern auch die vollständige Aufhebung der Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Milliardenbeträge sowie Reparationen. Zusätzlich verlangt der Iran den Abzug von US-Truppen aus der Region und ein Ende der Blockade im Persischen Golf. Das sind Maximalforderungen, die schon in der Vergangenheit inkompatibel mit der US-Position waren.
So wechseln sich Annäherung und Ablehnung im Iran-Konflikt weiter ab und halten die Ölpreise in Schach. Gleichzeitig haben die USA ihre Sanktionsausnahmen für russisches Öl um weitere 30 Tage verlängert. Hintergrund ist die angespannte Versorgungslage durch die Einschränkungen rund um die Straße von Hormus. Mit der Ausnahme dürfen besonders energieabhängige Staaten weiterhin bereits verschiffte russische Ölladungen kaufen, um zusätzlichen Druck vom Weltmarkt zu nehmen. Die Sanktionen selbst zielen darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Ölgeschäft im Zuge des Ukraine-Kriegs zu begrenzen. Allerdings werden diese Mengen jetzt gebraucht.
Die Heizölpreise in Deutschland zeigen sich weniger schwankungsanfällig und bleiben weiter in ihrer Orientierungsphase. Seit knapp zwei Wochen kann sich Heizöl in einer Spanne zwischen 1,25 und 1,27 Euro je Liter halten und nimmt so Druck von der Kaufentscheidung.
Der Blick auf die Regionen offenbart eine weit geöffnete Preisschere zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands. Während in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen Heizölpreise von durchschnittlich 1,35 Euro je Liter aufgerufen werden, zahlen Verbraucher im gut versorgten Bayern und Baden-Württemberg durchschnittlich 1,20 Euro je Liter.
In Österreich zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Heizöl kann sich bei 1,57 Euro je Liter einpendeln und bringt damit etwas Ruhe in den Markt.
Börsendaten:
| Dienstag 19.05.2026 - 12:09 Uhr | Schluss Vortag 18.05.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 110,03 $ pro Barrel | 109,69 $ pro Barrel | +0,31% |
| Gasöl | 1.205,75 $ pro Tonne | 1.207,25 $ pro Tonne | -0,12% |
| Euro/Dollar | 1,1621 $ | 1,1659 $ | -0,33% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,7868 CHF | 0,7839 CHF | +0,37% (etwas fester) |
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