Die Ölpreise haben gestern einen ihrer heftigsten Tageseinbrüche seit Kriegsbeginn erlebt, ausgelöst durch einen einzigen Post von Trump. Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende ließ die Notierungen regelrecht einbrechen. Seit heute Morgen stabilisieren sich Brent und WTI allerdings wieder. Und auch Heizöl hat deutlich an Preisgewicht abgeworfen. Durchschnittlich fünf Cent sind es am Vormittag.
Auslöser für den Einbruch war eine Mitteilung Trumps am Montagnachmittag. Er gab bekannt, die USA würden für fünf Tage von Angriffen auf iranische Energieanlagen absehen, und berief sich dabei auf Gespräche, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Nachricht löste an den Finanzmärkten unmittelbare Erleichterung aus, der deutsche Leitindex DAX gewann binnen kurzer Zeit mehr als tausend Punkte.
Trump begründete den Aufschub mit Gesprächen, die angeblich in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Teheran dementierte das umgehend. Iranische Medien schrieben, der Schritt sei keine Diplomatie, sondern eine Reaktion auf iranische Drohungen gegen Kraftwerke in der gesamten Region gewesen.
Fest steht: Die Straße von Hormus bleibt für den kommerziellen Schiffsverkehr weitgehend geschlossen. Zwei indische Tanker haben die Meerenge passiert, von einer Rückkehr zur Normalität ist das weit entfernt. Gleichzeitig meldete der Iran in der vergangenen Nacht Angriffe auf zwei Gasanlagen in Isfahan und Khorramshahr. Die Schäden sollen begrenzt geblieben sein.
Auf der Angebotsseite wurden erstmals konkrete Zahlen zur koordinierten IEA-Reservefreigabe bekannt. Das amerikanische Energieministerium, bekannt als DOE, vergab in einer ersten Ausschreibung rund 45 Millionen Barrel an acht Unternehmen, darunter Shell, Trafigura und Marathon Petroleum. Geplant waren ursprünglich bis zu 86 Millionen Barrel für diese erste Runde. Die Lieferungen gehen im April und Mai raus, die Rückgabe ist bis 2028 vorgesehen.
Der bundesweite Heizölpreis in Deutschland liegt am Mittag bei 1,41 Euro je Liter, in Österreich bei 1,77 Euro. Gegenüber dem Wochenbeginn hat Heizöl in Deutschland rund fünf Cent je Liter abgeschmissen. Die enormen Auf- und Abschläge, die innerhalb kürzester Zeitspannen vonstattengehen, zeigen, wie schwankungsanfällig die Heizölpreise bleiben. Chance und Risiko zugleich, wenn eine Heizölbestellung nötig sein sollte. Die Nachfrage ist mit dem Rutsch angespielt, zeigt aber noch wenig Dynamik.
| Dienstag 24.03.2026 - 12:28 Uhr | Schluss Vortag 23.03.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 101,60 $ pro Barrel | 100,06 $ pro Barrel | +1,54% |
| Gasöl | 1.271,25 $ pro Tonne | 1.238,25 $ pro Tonne | +2,67% |
| Euro/Dollar | 1,1594 $ | 1,1617 $ | -0,20% (konstant) |
| USD/CHF | 0,7873 CHF | 0,7861 CHF | +0,15% (konstant) |