Die Ölpreise geben am Mittwochmorgen deutlich ab, nachdem sie sich im gestrigen noch behaupten konnten. Brent rutscht weit unter die 100 US-Dollar-Marke und auch die Gasölpreise setzen ihre Abwärtsroute fort. Die weichen Vorgaben spiegeln sich in Deutschland und Österreich wider, wo die Heizölpreise ebenfalls weiter nachgeben können. Verbraucher dürfen heute mit Abschlägen von durchschnittlich einem Cent je Liter rechnen.
Der gestrige Handel gestaltete sich in zwei Phasen. Zunächst wurden die Ölpreise bis in den Nachmittag hinein von der knappen Versorgungslage gestützt. In Indien fiel der Raffineriedurchsatz im April deutlich zurück, weil einfach Rohöl fehlte. Gleichzeitig verlängerte Katar seine Einschränkungen bei LNG-Lieferungen nach Schäden an der Infrastruktur. Weil sich keine bearishen Faktoren in den Weg stellten, konnten Brent und WTI in diesem Umfeld zulegen und gingen am Ende auch mit einem Plus aus dem Handel.
Mittlerweile scheint der Nenner, auf den sich die USA und der Iran einigen könnten, größer zu werden. Nach Gesprächen in Katar, wo derzeit ein Teil der Vermittlung gebündelt wird, fiel die Einschätzung aus Teheran deutlich konstruktiver aus als zuletzt. Nach iranischer Darstellung dreht sich die Diskussion inzwischen im Wesentlichen um die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. In den übrigen Punkten sollen die Positionen deutlich näher beieinanderliegen. Im Raum steht ein Betrag von rund 24 Milliarden US-Dollar.
Für den Markt zählt vor allem, was daraus folgen könnte. Diskutiert wird eine erste Vereinbarung, bei der der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder ausgeweitet wird. Und genau hier liegt weiterhin der Engpass. Seit Wochen kommt nur ein Teil der üblichen Mengen durch die Meerenge, während sich gleichzeitig große Volumina auf Tankern angesammelt haben.
Erste Bewegungen sind bereits sichtbar. In den vergangenen Tagen durften einzelne LNG-Tanker sowie größere Rohöltanker die Passage verlassen. Darunter waren auch Schiffe, die seit Wochen im Persischen Golf festlagen. Insgesamt geht es um mehrere Millionen Barrel, die bislang nicht im Markt angekommen sind.
Am deutlichsten zeigte sich die Marktreaktion bei den Produkten. Der Gasölkontrakt in London gab am Abend spürbar nach und setzte damit ein klares Signal für den Heizölmarkt. Rohöl hielt sich stabiler, weil die tatsächliche Versorgungslage weiterhin knapp bleibt.
Im Inland geht es erfreulicherweise weiter abwärts. In Deutschland geben die Heizölpreise Schritt für Schritt nach und liegen aktuell im Schnitt bei rund 1,18 Euro je Liter. Die 1,20-Euro-Marke, die zuletzt für die Einkaufsstrategie ins Auge gefasst wurde, ist damit gefallen und durch. Entsprechend verschiebt sich der Blick auf die nächste Marke, und die liegt bei 1,10 Euro. Die Nachfrage hält sich in Lauerstellung und sieht durchaus noch Luft nach unten, ehe sie sich zeigt. Mit der jüngsten Abwärtsbewegung sinkt das Mai-Mittel auf 1,26 Euro pro Liter, das sind 12 Cent weniger als noch im April. Damit scheint der Preisschub aus den ersten Wochen des Iran-Krieges zunehmend abgebaut.
Auch in Österreich geht es weiter nach unten, allerdings etwas langsamer. Im Durchschnitt ist Heizöl heute für 1,51 Euro je Liter zu haben. Im Vergleich zum Vormonat kostete der flüssige Brennstoff im Mai durchschnittlich 1,58 Euro je Liter. Auch dort ein spürbarer Rückgang von 19 Cent gegenüber April.
Jetzt heißt es beobachten, wie weit die Heizölpreise noch einknicken. Mit dem kleinen Unterschied, dass es langsam wieder Freude macht, auf den Chart zu blicken.
Börsendaten:
| Mittwoch 27.05.2026 - 11:08 Uhr | Schluss Vortag 26.05.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 96,17 $ pro Barrel | 99,40 $ pro Barrel | -3,25% |
| Gasöl | 1.035,75 $ pro Tonne | 1.068,50 $ pro Tonne | -3,07% |
| Euro/Dollar | 1,1643 $ | 1,1629 $ | +0,12% (konstant) |
| USD/CHF | 0,7861 CHF | 0,7854 CHF | +0,09% (konstant) |
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