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Shell Markenpartner
Ölbullen behalten die Oberhand

Die Ölpreise haben am Dienstagabend neue Mehrwochenhochs markiert und geben heute Morgen zögerlich nach. Saudi-Arabien streicht erste Rohöllieferungen nach Europa, während überraschend hohe US-Lagerbestände den Markt zumindest kurz bremsen. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich steigen heute spürbar weiter.

Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 107,98 US-Dollar pro Barrel, etwas weniger als am Dienstagabend, als der Kurs bis kurz vor die Marke von 110 US-Dollar lief. Die amerikanische Sorte WTI folgt mit 104,48 US-Dollar. Die eigentliche Bewegung steckt im Gasöl, dem an der Londoner Terminbörse ICE gehandelten Mitteldestillat und der Leitgröße für Heizöl. Der Kontrakt legte am Dienstag um 89 US-Dollar pro Tonne zu und kostet heute Morgen 1.544,25 US-Dollar.

Den Dämpfer liefern Zahlen aus den USA. Das American Petroleum Institute, der Verband der amerikanischen Ölindustrie, meldete für die vergangene Woche einen deutlichen Aufbau der Rohölvorräte, während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Auch die Bestände an Benzin und Destillaten legten zu, obwohl beide zuletzt auf saisonal extrem niedrigen Ständen lagen. Bestätigt das US-Energieministerium diese Schätzungen heute Nachmittag, wäre das ein Entlastungssignal für den Produktmarkt. Am Abend folgt der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed, eine Anhebung würde den US-Dollar stützen und den Rücksetzer verstärken.

Auf der anderen Seiten füttern stornierte Öllieferungen die Bullen. Saudi Aramco, der staatliche Ölkonzern Saudi-Arabiens, hat europäischen Kunden nach Angaben aus Handels- und Schifffahrtskreisen mitgeteilt, dass einige für September geplante Lieferungen ausfallen könnten. Die Verladungen im Rotmeerhafen Yanbu sind ausgesetzt, weil die Ost-West-Pipeline nach den Drohnenangriffen der vergangenen Woche weiter stillsteht. Sie führt vom Osten des Landes am Persischen Golf vorbei ans Rote Meer und sollte genau das ersetzen, was durch die Straße von Hormus nicht mehr geht. Dort zählten die Schiffsdaten am Dienstag vier Passagen, bei einem Zehn-Tage-Schnitt von 18. Der polnische Konzern Orlen, der rund 40 Prozent seines Rohöls aus Saudi-Arabien bezieht, kauft bereits in der Nordsee zu.

Zwei weitere Meldungen halten die Nervosität hoch. In Libyen stehen nach einer Ventilschließung durch die eigentlich zum Schutz der Anlagen eingesetzte Petroleum Facilities Guard zwei Ölfelder still. Der Staatskonzern NOC droht mit Force Majeure, der Aussetzung von Lieferverträgen wegen höherer Gewalt. Die landesweite Förderung sei bislang kaum betroffen. Am Roten Meer weitet sich der Konflikt aus, die saudische Luftabwehr fing eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz südlich von Mekka ab. Nach Militärangaben der erste Angriff auf die heilige Stadt seit 2017. Wer auf ein baldiges Ende der Lage setzt, findet dafür an den Terminbörsen gerade wenig Rückhalt.

In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute im Bundesschnitt 1,77 Euro, je nach Bundesland zwischen zwei und dreieinhalb Cent mehr als gestern. Der Jahreschart kennt keinen höheren Wert, die Spitze vom April liegt inzwischen mehr als 15 Cent unter dem heutigen Stand. Eine Bestellung über 3.000 Liter kommt auf rund 5.300 Euro. Anfang Januar, vor Kriegsbeginn, lag dieselbe Menge bei etwa 2.700 Euro. Die Rechnung für denselben Tank hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt.

Der Blick auf die Karte zeigt eine Verschiebung, die es lange nicht gab. Der Südwesten ist wieder die teure Ecke der Republik. Baden-Württemberg führt mit 1,82 Euro pro Liter die Bundesländer an und hat mit gut drei Cent zugleich einen großen Tagessprung gemacht. Rheinland-Pfalz und das Saarland folgen mit 1,81 und 1,80 Euro. Stuttgart liegt fast drei Prozent über dem Bundesschnitt, Kassel, Hannover und Frankfurt leicht darüber. Günstiger tankt, wer in Hamburg, Berlin oder Leipzig bestellt. Alle drei Städte liegen rund ein bis eineinhalb Prozent unter dem Mittel. Der eigentliche Ausreißer sitzt aber ebenfalls im Süden. München ist mit 1,71 Euro die günstigste Großstadt der Karte und trennt gut elf Cent von Stuttgart.

In Österreich liegt der Tagesschnitt bei 1,90 Euro pro Liter, drei Cent über gestern und damit wieder auf Höhe der Frühjahrsspitze.


Börsendaten:

Mittwoch 16.09.2026 - 10:20 Uhr Schluss Vortag 15.09.2026 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 108,10 $ pro Barrel 108,82 $ pro Barrel -0,66%
Gasöl 1.565,50 $ pro Tonne 1.562,00 $ pro Tonne +0,22%
Euro/Dollar 1,1547 $ 1,1543 $ +0,03% (konstant)
USD/CHF 0,8188 CHF 0,8187 CHF +0,01% (konstant)


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