Die Ölpreise rauschten mit neuem Abwärtsschwung in den Mittwoch, nachdem Trump erneut die Hoffnung auf ein baldiges Abkommen auf den Tisch packte. Weniger als 48 Stunden hat Projekt Freiheit gehalten, das Handelsschiffen eine US-Militäreskorte durch die Straße von Hormus sichern sollte. Den Ölmärkten reicht das als Entspannungssignal, um die Notierungen südwärts zu schicken. Inspiriert von den Vorgaben drehen auch die Heizölpreise, wenn auch mit zunächst weniger Schwung. Im Tagesverlauf können Verbraucher mit Abschlägen von mehreren Cent je Liter rechnen.
Die Rohöl-Notierungen bewegten sich am Dienstag noch fester durch den Handel, da u.a. die jüngsten iranischen Angriffe auf eine Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) stützten. Mit einer Meldung aus Washington wendete sich das Blatt allerdings. Trump erklärte auf Truth Social, die erst am Montag gestartete Militäreskorte durch die Straße von Hormus werde vorerst eingestellt, auf Bitten Pakistans. Ein großes, abschließendes Abkommen sei greifbar nah, ließ Trump wissen, ohne Einzelheiten zu nennen. Aus Teheran blieb eine offizielle Reaktion zunächst aus. Zuvor hatte der iranische Präsident Massud Peseschkian noch erklärt, unter dem Druck einseitiger US-Forderungen an den Verhandlungstisch zu kommen sei für den Iran keine Option.
Auf der anderen Seite der Waage liegen die neuen Berichtsdaten des American Petroleum Institute (API), die gestern veröffentlicht wurden. Das API, die US-Branchenvereinigung der Ölindustrie, verzeichnete in der vergangenen Woche einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 8,1 Millionen Barrel. Benzin verlor 6,1 Millionen, Destillate 4,6 Millionen. Alle drei Rückgänge übertrafen die Erwartungen der Analysten erheblich. Sollte die für heute anstehenden offiziellen Daten des US-Energieministeriums bestätigen, was das API meldete, könnten die Ölpreise nochmal gestützt werden.
Inzwischen geht der Iran-Krieg in seinen dritten Monat, und die Heizölpreise haben sich in dieser Zeit eine neue Normalität eingerichtet. Durchschnittlich 1,36 Euro je Liter kostete Heizöl in den letzten 10-Wochen. Ein Niveau, das vor dem 28. Februar kaum jemand auf dem Zettel hatte. Die starken Schwankungen brachten zwar auch immer wieder günstigere Momente um die 1,26 bis 1,27 Euro mit sich, doch mehr Spielraum nach unten gab es nicht.
Ob das aktuell möglich ist, wird sich zeigen. Je nachdem, wie ambitioniert die Verhandlungsmotivation der USA und des Iran sind. Aktuell kostet Heizöl in Deutschland gut 1,28 Euro pro Liter, in Österreich rund 1,64 Euro. Da ist aus jetziger Sicht noch Luft nach unten und das Spekulieren auf das nächste Preistief innerhalb der neuen Normalität durchaus erlaubt.
Börsendaten:
| Mittwoch 06.05.2026 - 12:19 Uhr | Schluss Vortag 05.05.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 100,97 $ pro Barrel | 110,29 $ pro Barrel | -8,45% |
| Gasöl | 1.162,75 $ pro Tonne | 1.292,00 $ pro Tonne | -10,00% |
| Euro/Dollar | 1,1770 $ | 1,1693 $ | +0,66% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,7790 CHF | 0,7830 CHF | -0,51% (etwas schwächer) |
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