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Heizölpreise starten teuer in die Heizsaison

Die Ölpreise haben den Handelstag am Mittwoch im Plus beendet, nachdem in der Straße von Hormus erneut ein Schiff angegriffen wurde und die US-Vorräte an Benzin und Diesel kräftig schrumpften. Am Donnerstagmorgen kommt die Bewegung zum Stehen, weil wieder mehr Rohöl aus dem Nahen Osten verschifft wird und Washington und Teheran über den Vermittler Katar verhandeln. Gasöl hält sein hohes Niveau. Der Liter Heizöl kostet in Deutschland heute rund zwei Cent mehr als gestern. In Österreich bewegt sich der Preis kaum.

Die Nordseesorte Brent kostet am Donnerstagmorgen 98,17 US-Dollar je Barrel, gut fünf Prozent weniger als der gestrige Schlusskurs. Der Rückgang hat allerdings einen technischen Hintergrund. Öl wird an der Börse für einen festen Liefermonat gehandelt, und als Referenz gilt immer der nächstfällige Monat, der Frontmonat. Bis gestern war das der November, der am Abend planmäßig ausgelaufen ist. Seit heute ist der Dezember der Frontmonat, und Öl für Dezember war schon gestern günstiger als Öl für November, weil der Markt für den Winter mit mehr Angebot rechnet als für die kommenden Wochen. Die amerikanische Sorte WTI notiert bei 90,35 US-Dollar. Gasöl wird an der Londoner Börse ICE mit 1.467,75 US-Dollar je Tonne gehandelt, fast genau der Stand vom Mittwochabend, nachdem der Preis im Tagesverlauf um gut 70 US-Dollar gestiegen war.

Am Rohölmarkt kommt das Angebot anscheinend zurück. Die US-Investmentbank Goldman Sachs beziffert die Ausfuhren aus dem Nahen Osten in der vergangenen Woche auf rund 23 Millionen Barrel pro Tag. Ein Teil der Ladungen ging durch die Straße von Hormus, der Rest nahm Umwege, etwa über das Rote Meer. So viel hat die Region im Schnitt auch im vergangenen Jahr ausgeführt. Washington gibt parallel weitere Mengen aus der strategischen Reserve frei. Hinzu kommt, dass die USA über Katar auf den iranischen Vorschlag reagiert haben, in sieben Tagen vertrauensbildender Schritte eine erweiterte Neuauflage der Juni-Absichtserklärung zur Straße von Hormus und zum Atomprogramm vorzubereiten. Irans Außenminister Abbas Araghchi hat die Antwort in Doha entgegengenommen und berät sie in Teheran. Umstritten ist nach Angaben aus Verhandlungskreisen der Fahrplan, also wer wann welchen Schritt geht.

Am Produktmarkt sieht es allerdings anders aus. Der gestrige Report zu den offiziellen US-Lagerbeständen des Department of Energy (DOE) wies deutliche Abbauten bei Benzin und Destillaten aus, während die US-Rohölförderung ein neues Rekordhoch erreichte. Rohöl ist also reichlich vorhanden, Diesel und Heizöl bleiben knapp. Dazu kommt, dass russischer Diesel bis Ende Oktober nicht ausgeführt werden darf, Moskau hat die Sperre erneut verlängert. Die Versorgungssorgen befeuerten die Gasölpreise, was sich auch auf die Heizölpreisen im Inland übertrug.

Und da beginnt heute offiziell die Heizperiode, in die der Liter mit einem deutlichen Preisaufschlag von etwa zwei Cent hinein startet. Im deutschen Bundesschnitt liegen wir aktuell bei 1,69 Euro je Liter. Das sind gut sechs Cent über dem September-Monatsdurchschnitt. Zumindest bleibt es mild, die Vorhersage zeigt für die kommenden zwei Wochen keinen Kälteeinbruch. Die Heizung muss also noch nicht durchlaufen. Dennoch bleibt die Nachfrage robust, da viele Verbraucher seit dem Frühjahr beim Thema Bevorratung eher zurückhaltend blieben. Das wird nun nachgeholt. Wer noch Restbestand im Tank hat, verschafft sich damit etwas Spielraum beim Bestellzeitpunkt.

In Österreich kostet der Liter im bundesweiten Mittel 1,84 Euro und tritt am Vormittag weiter auf der Stelle. Seit der Septemberspitze konnten immerhin schon über sieben Cent je Liter abgebaut werden. 


Börsendaten:

Donnerstag 01.10.2026 - 10:32 Uhr Schluss Vortag 30.09.2026 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 99,94 $ pro Barrel 103,50 $ pro Barrel -3,44%
Gasöl 1.453,00 $ pro Tonne 1.465,75 $ pro Tonne -0,87%
Euro/Dollar 1,1302 $ 1,1329 $ -0,24% (etwas schwächer)
USD/CHF 0,8344 CHF 0,8357 CHF -0,16% (konstant)


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