Die Ölpreise geben den dritten Handelstag in Folge nach. Der Iran und der Oman haben sich auf einen vorläufigen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus verständigt und wollen gemeinsam Seeminen räumen. Damit rückt eine Öffnung der Meerenge erstmals seit Monaten in greifbare Nähe. Die Heizölpreise können heute durchschnittlich zwei Cent je Liter abwerfen und erreichen in Deutschland ein Zweiwochen-Tief. In Österreich zeigt sich der Preis weiterhin recht unbewegt.
An den Börsen setzt sich die Abwärtsbewegung fort. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 87,00 US-Dollar je Barrel und positioniert sich klar unter der 90 US-Dollar-Marke. Die US-Sorte WTI fällt auf 80,80 US-Dollar und nähert sich damit der Marke von 80 US-Dollar. Die Gasölpreise geben auf 1.195,75 US-Dollar je Tonne nach und liegen klar unter dem Stand von gestern.
Bewegung in den Markt brachte die jüngste Meldung aus Teheran. Nach dem Besuch des omanischen Außenministers Badr al-Busaidi stellten beide Länder einen stufenweisen Rahmen für die Rückkehr der sicheren Schifffahrt vor. Vorgesehen sind ein gemeinsamer vorläufiger Schifffahrtskorridor und ein Projekt zur Räumung von Seeminen. In technischen Verhandlungen soll binnen 30 bis 60 Tagen eine dauerhafte Route ausgehandelt werden.
Wie dieser Korridor aussehen soll, erläuterte der stellvertretende iranische Außenminister Gharibabadi im Staatsfernsehen. Einfahrende Schiffe sollen iranische Gewässer nutzen, ausfahrende die Hoheitsgewässer des Oman, Militärschiffe bleiben ausgeschlossen. Eine sofortige Öffnung bedeutet die Verständigung allerdings nicht, denn Teheran verlangt zuerst die Erfüllung amerikanischer Zusagen.
Indes teilte US-Präsident Donald Trump mit, die US-Marine habe sämtliche Minen in den internationalen Gewässern der Meerenge geräumt oder gesprengt, und drohte, jedes Schiff zu zerstören, das neue Minen legt. Nach Angaben des Nachrichtenportals Axios räumte die Marine die zentrale Fahrrinne zwischen dem Iran und dem Oman, wobei Unterwasserdrohnen über hundert verdächtige Objekte aufspürten.
Nach vorläufigen Daten des Schifffahrtsmonitors Kpler passierten am Dienstag fünf Frachter die Meerenge, während der Schnitt der vergangenen zehn Tage bei fünfzehn Schiffen liegt. Große Rohöltanker waren nicht darunter. Die Hoffnung auf mehr Öl am Weltmarkt läuft der Wirklichkeit damit ein gutes Stück voraus.
In Deutschland fällt der Rückgang am Morgen kräftig aus. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,29 Euro je Liter und damit rund zwei Cent unter dem Vortag. Der Liter liegt mit dem Preisrutsch nun wieder unter dem August-Durchschnitt von 1,31 Euro und notiert so niedrig wie zuletzt vor gut zwei Wochen. Alle sechzehn Bundesländer melden Abschläge, am kräftigsten Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils rund vier Cent.
Mit dem Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern ziehen die Bestellungen wieder an. Die Temperaturen verlieren allmählich an Kraft und der Herbst grüßt aus der Ferne, was viele Verbraucher veranlasst, nachzuordern. Mit Blick auf die Lieferfristen sollte rechtzeitig bestellt werden.
In Österreich sinkt der Liter auf 1,61 Euro und bewegt sich damit weiter auf Höhe des Monatsdurchschnitts.
Börsendaten:
| Mittwoch 26.08.2026 - 09:29 Uhr | Schluss Vortag 25.08.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 86,53 $ pro Barrel | 86,95 $ pro Barrel | -0,48% |
| Gasöl | 1.182,00 $ pro Tonne | 1.201,00 $ pro Tonne | -1,58% |
| Euro/Dollar | 1,1670 $ | 1,1671 $ | -0,01% (konstant) |
| USD/CHF | 0,8034 CHF | 0,8010 CHF | +0,30% (etwas fester) |
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