Die Ölpreise starten mit deutlichen Aufschlägen in die neue Woche. Die Hoffnung auf eine schnelle Annäherung zwischen den USA und dem Iran ist über das Wochenende geplatzt. Die Heizölpreise zeigen sich davon bislang jedoch nur begrenzt beeindruckt und machen ihre anfänglichen Aufschläge bis zum Mittag fast wieder wett.
Am Wochenende hat der Iran seinen Gegenvorschlag in den laufenden Verhandlungen mit der USA auf den Tisch gelegt und damit die Erwartungen gedämpft statt befeuert. Teheran fordert unter anderem die Anerkennung der eigenen Kontrolle über die Straße von Hormus, ein Ende der US-Seeblockade sowie Reparationszahlungen. Beim Atomprogramm zeigt man sich zwar teilweise kompromissbereit, will aber zentrale Anlagen nicht aufgeben.
Die Antwort aus Washington folgte prompt. US-Präsident Donald Trump wies den Vorschlag öffentlich zurück und bezeichnete ihn als „völlig inakzeptabel“. Damit ist klar: Eine schnelle Einigung ist vorerst vom Tisch. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung auf eine Entspannung weicht wieder der Unsicherheit und die ergebnislose Ping-Pong-Kommunikation setzt sich fort.
Parallel dazu bleibt die Lage auf dem Wasser angespannt. Auch am Wochenende kam es erneut zu Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Die Meerenge ist damit weiterhin nur eingeschränkt passierbar, der Ölfluss bleibt gestört. Zwar gelingt es einzelnen Tankern, die Region zu verlassen, von einem normalen Betrieb kann jedoch keine Rede sein.
Gleichzeitig verschärft sich die politische Lage weiter. Mehr als 40 Staaten beraten heute über Maßnahmen zur Sicherung der Schifffahrt in der Region. Geplant sind unter anderem Geleitschutz, Minenräumung und verstärkte Patrouillen. Teheran wertet diese Initiative jedoch als klare Eskalation und hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt.
Damit bleibt der Markt in einer angespannten Wartestellung. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in dieser Woche. China gilt als wichtiger Partner des Iran und könnte eine vermittelnde Rolle einnehmen. Ob daraus tatsächlich Bewegung entsteht, ist jedoch offen.
Unterm Strich kehrt damit die Risikoprämie zurück in den Markt. Solange keine Einigung in Sicht ist und die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt, bleibt das Preisniveau gestützt.
Die Heizölpreise ziehen zum Wochenstart zunächst zwar leicht an, bleiben aber klar unter den Spitzenwerten der vergangenen Wochen. Ein großer Teil der starken Preissprünge aus März und Anfang April ist bereits wieder abgebaut.
Damit bietet der Markt aktuell ein deutlich angenehmeres Niveau als noch vor kurzem. Die jüngsten Rücksetzer wurden vielerorts genutzt. Wer rechtzeitig bestellt hat, liegt weiterhin spürbar unter den Höchstständen und hat einen guten Kompromiss geschlossen. Zumal ein leerer Tank und günstige Preise nicht immer Hand in Hand gehen.
Für Verbraucher bedeutet das: Auch wenn es kurzfristig wieder etwas teurer wird, ist die Ausgangslage insgesamt deutlich ruhiger. Wer nicht akut kaufen muss, beobachtet genau und nutzt die Preisschwankungen nach unten.
Das zeigt sich auch im Kaufverhalten, das entsprechend ruhig und überlegt ist. Viele Haushalte agieren gezielt, statt unter Druck zu kaufen.
Börsendaten:
| Montag 11.05.2026 - 12:12 Uhr | Schluss Vortag 10.05.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 103,66 $ pro Barrel | 100,25 $ pro Barrel | +3,40% |
| Gasöl | 1.181,25 $ pro Tonne | 1.171,25 $ pro Tonne | +0,85% |
| Euro/Dollar | 1,1765 $ | 1,1760 $ | +0,04% (konstant) |
| USD/CHF | 0,7789 CHF | 0,7766 CHF | +0,30% (etwas fester) |
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