An den Börsen scheint der erste Schock über den israelischen Angriff auf den Iran verdaut. Die Dynamik des Preisanstiegs hat sich deutlich abgeschwächt. Nichtsdestotrotz kommen die Ölpreise noch einmal höher aus dem Wochenende. Ein Barrel Rohöl koste aktuell rund 75 Dollar, was einem Aufschlag von ca. neun Dollar gegenüber letztem Donnerstag entspricht. Beim Heizöl müssen Kunden in Deutschland und Österreich mit ca. zwei Cent mehr rechnen als am Freitag, womit sich der durch die Nahostkrise bedingte Aufschlag auf sechs bis acht Cent je Liter Heizöl summiert. Die Kaufaktivität beim Heizöl bleibt gleichzeitig hoch. Die Aussichten bleiben eng mit der Meldungslage verknüpft. Der aktuelle Eskalationsstand scheint vorerst eingepreist.
Der Euro startet mit 1,15 Dollar in den Handel und folgt einem moderaten Aufwärtstrend, während die Ölpreise stark fallen. Die Nordseerohölsorte Brent wird derzeit mit 73 Dollar und die US-amerikanische Sorte WTI mit 72 Dollar pro Fass gehandelt. ICE Gasoil konnte sich knapp auf die psychologisch wichtige 700-Dollar-pro-Tonne-Marke steigern.
Über das Wochenende intensivierten sich die Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran. Israel griff den Iran am Freitag an, was zu einem ersten sprunghaften globalen Ölpreisanstieg führte. Israel fühlt sich vom Atomprogramm des Irans bedroht, welcher Israel in der Vergangenheit mit der kompletten Vernichtung drohte.
Über das Wochenende wurden die Angriffe von beiden Seiten fortgeführt und führten zu einer Vielzahl ziviler Opfer auf beiden Seiten. Israel griff dabei unter anderem die iranische Ölinfrastruktur an. Der Iran produziert ca. 3,3 Mio. B/T an Rohöl und exportiert rund 2,0 Mio. B/T an Rohöl und Ölprodukten, den Großteil davon nach China. Sollte der Iran nicht mehr zu den Exporten in der Lage sein, muss China sich anderweitig auf dem Weltmarkt relevante Ware beschaffen.
Ein größeres Risiko für die Ölpreise ist allerdings die Kontrolle des Irans über die Meerenge von Hormus. Über diese wird täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs verschifft. Der Ölmarkt befürchtet eine Blockade durch den Iran, welcher die Ölpreise weiter in die Höhe treiben könnte.
Im Zuge der Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran, sagte der Iran die Verhandlungen zum Atomabkommen mit den USA ab. Verhandlungen sind laut dem Iran erst mit Ende der israelischen Angriffe möglich.
Die USA gaben derweil an Israel bei der Verteidigung zu unterstützen, den Iran allerdings nicht anzugreifen. Sie drohen dem Iran auch mit harter Vergeltung, sollte dieser US-amerikanisches Eigentum oder Personal attackieren.
Die steigenden Ölpreise haben die Nachfrage heute Vormittag im Vergleich zu den Vorjahresvergleichszeiträumen mehr als verdoppelt.
Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich stiegen heute Vormittag um im Schnitt 2,0 bzw. 2,9 Cent pro Liter.
Heizölinteressenten sollten die Preise im Tagesverlauf gut im Blick behalten. Erste Ölmarktexperten gehen davon aus, dass die Lage im Nahen Osten und die damit potentiell verbundenen Risiken eingepreist sind und ihren damit verbundenen Höchststand erreicht haben. Eine Marktteilnehmer verkaufen ihre Positionen bereits wieder. Hintergrund ist, dass sie der Meinung sind, dass die derzeitigen Aufschläge überhöht sein. Sollte der Iran allerdings die Meerenge von Hormus blockieren, dürften weitere Aufschläge folgen. -fr-
Börsendaten:
| Montag 16.06.2025 - 11:12 Uhr | Schluss Vortag 15.06.2025 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 73,60 $ pro Barrel | 75,18 $ pro Barrel | -2,10% |
| Gasöl | 700,25 $ pro Tonne | 702,25 $ pro Tonne | -0,28% |
| Euro/Dollar | 1,1580 $ | 1,1543 $ | +0,32% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,8118 CHF | 0,8108 CHF | +0,12% (konstant) |