Die Ölpreise haben den Dienstag mit einem Kursrutsch beendet, der Heizölkunden am Mittwoch zugutekommt. Rohöl (Brent) rutschte von zeitweise 78 Dollar je Barrel auf unter 75 Dollar und kann sich am Mittwoch trotz leichter Zugewinne auf dem ermäßigten Niveau halten. Die Inlandpreise für Heizöl fallen deutlich, um gut einen Cent bzw. Rappen je Liter. Die Nachfrage zieht postwendend an.
Die Uneinigkeit in Reihen der der OPEC+ wird plötzlich zum Unsicherheitsfaktor für den Ölmarkt. Am Montag und Dienstag dominierten zunächst Kursaufschläge, weil es so aussah, als dass die Ölförderung, mangels einstimmiger Entscheidung über neue Quoten, niedrig bleibt. Am Dienstagnachmittag kam in einem allgemein schwachen Börsenumfeld die Befürchtung hoch, dass die fehlende Einigung neuerlich die Allianz der 23 OPEC+ Staaten als solche gefährden könnte. Quotenregelungen wären dann hinfällig. Der Effekt eines solch weitgehenden Zerwürfnisses war zuletzt im Frühjahr 2020 zu beobachten, als sich die beiden OPEC+ Schwergewichte Russland und Saudi-Arabien im Kampf um Marktanteile überboten. In Erwartung einer Ölschwemme auf dem Markt brach der Ölpreis von einem Tag auf den anderen im zweistelligen Prozentbereich ein. Hinzu kam die coronabedingte Nachfragekrise. Der Ölpreis rauschte in den Keller, ehe sich die Parteien Herbst 2020 zusammenrauften und die Notierungen mit strikten Förderquoten stabilisierten. Zwischen Anfang November 2020 bis Ende Juni 2021 konnte sich der Rohölpreis von rund 38 Dollar auf rund 76 Dollar je Barrel Brent verdoppeln.
Unverhofft kommt oft – für Heizölkunden eröffnet die neue Unruhe am Ölmarkt neue Optionen. Bezogen auf die Heizölpreise in Deutschland drehen die Inlandsnotierungen exakt an der, erstmals seit September 2019 erreichten, 70-Cent Marke nach unten ab. Aktuell kostet der Liter Heizöl im bundeweiten Durchschnitt 69 Cent. In Österreich sind es 74,5 Cent und in der Schweiz 86,5 Rappen je Liter. Heizölkunden mit Bedarf für die kommende Heizperiode sollte nun genau beobachten, ob sich die Korrektur am Ölmarkt auswächst. Fallen die Heizölpreise weiter ist die Chance gekommen, sich günstiger zu bevorraten. Ein deutlicher Rücksetzer der Heizölpreise von rund zehn Prozent gegenüber dem am Dienstag markierten Zwei-Jahres-Hoch wäre das entscheidende Signal. Bis auf weiteres ist der lineare Aufwärtstrend der Heizölpreise, der seit Anfang November 2020 besteht, allerdings intakt!
| Mittwoch 07.07.2021 - 10:54 Uhr | Schluss Vortag 06.07.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 75,06 $ pro Barrel | 74,91 $ pro Barrel | +0,20% |
| Gasöl | 602,25 $ pro Tonne | 601,25 $ pro Tonne | +0,17% |
| Euro/Dollar | 1,1820 $ | 1,1821 $ | -0,01% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9235 CHF | 0,9237 CHF | -0,02% (konstant) |
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