Die Ölpreise verlieren zur Wochenmitte leicht an Schwung. Nach den Aufschlägen zu Beginn der Woche zeigen sich die Notierungen am Vormittag noch richtungslos, ohne dass sich an der angespannten Gesamtlage etwas geändert hätte. Wenig bewegt bleiben auch die Heizölpreise im Inland, die am Morgen marginal zulegten, am Mittag aber wieder abwerfen können.
In Washington werden die Fronten wieder klarer gezogen. Donald Trump bezeichnet die Waffenruhe nur noch als kaum überlebensfähig und macht gleichzeitig deutlich, dass er vom iranischen Vorschlag nichts hält. Auch das anstehende Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping wird die Lage wohl nicht kurzfristig entschärfen, der Konflikt mit dem Iran steht dort offenbar nicht im Mittelpunkt.
Teheran reagiert darauf mit weiteren Schritten nach vorn. Die Regierung hat Klage gegen die USA in Den Haag eingereicht und wirft Washington militärische Angriffe, Sanktionen und Drohungen vor. Gleichzeitig betonen Vertreter der Revolutionsgarden, dass die Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle stehe und man jede Bewegung in der Region genau beobachte. Die Botschaft ist eindeutig. Ein Rückzug ist demnach nicht vorgesehen, der Handlungsspielraum wird eher enger als größer.
Indes liefern die physischen Daten neue Brisanz. Nach Angaben des Schiffsbeobachters TankerTrackers hat der Iran seit rund 28 Tagen kein Rohöl mehr erfolgreich über den Seeweg exportieren können. Tanker befinden sich demnach weiterhin im Umfeld der US-Blockade und können die Zone nur eingeschränkt verlassen. Gleichzeitig wurde am zentralen Exportterminal Kharg Island seit Anfang Mai keine neue Verladung registriert.
Die Sorge vor einer angespannten Versorgungslage spiegelt sich auch in den aktuellen Monatsdaten der US-Energiebehörde EIA wider. Für 2026 erwartet sie ein deutliches Angebotsdefizit, während für die Zeit danach wieder mehr Angebot in Aussicht steht. Kurzfristiger Mangel trifft damit auf eine mittelfristige Entspannung. Eine Konstellation, die klare Preisbewegungen derzeit ausbremst.
Auch die jüngsten Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API) passen in dieses Bild. Während die Rohölbestände weiter zurückgehen, zeigen sich bei den Produkten erste Gegenbewegungen. Nach Wochen deutlicher Rückgänge sind die Benzinbestände zuletzt leicht gestiegen. Das wäre jedoch eine große Überraschung, da für Benzin Abbauten erwartet werden. Neue Impulse könnten die offiziellen Bestandsdaten des Department of Energy bringen, die heute fällig sind. Diese berücksichtigen zudem die Nachfrage sowie die Import- und Exportströme der USA.
Die Richtungslosigkeit an den Börsen zeigt sich auch am Heizölmarkt. Am Morgen starten die Heizölpreise rund 0,5 Cent je Liter teurer als gestern, drehen am Mittag vielerorts wieder zurück, sodass sich noch keine klare Richtung herauskristallisiert. Insgesamt kann Heizöl seinen Preisverlust aus der Vorwoche recht gut verteidigen, was als Grundlage zum Spekulieren dient. Die Nachfrage ist zwar angestupst, aber in Bewegung ist sie nicht geraten.
Der Einzige, der das Warten auf das nächste Preistal unterbrechen könnte, ist der Tankzwang. Und der ist bei vielen Verbrauchern schon näher als einem lieb ist. Die Aufteilung in Teilmengen bleibt die beste Strategie. Auch die Lieferzeit sollte bei der Planung berücksichtigt werden, da sie direkten Einfluss darauf hat, wie lange der aktuelle Tankvorrat noch ausreichen muss.
Börsendaten:
| Mittwoch 13.05.2026 - 12:40 Uhr | Schluss Vortag 12.05.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 108,07 $ pro Barrel | 107,64 $ pro Barrel | +0,40% |
| Gasöl | 1.214,50 $ pro Tonne | 1.219,00 $ pro Tonne | -0,37% |
| Euro/Dollar | 1,1705 $ | 1,1738 $ | -0,28% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,7820 CHF | 0,7803 CHF | +0,22% (etwas fester) |
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