Die Ölpreise starten mit deutlichen Aufschlägen in die neue Woche und knüpfen damit an den kräftigen Anstieg der vergangenen Tage an. Für neuen Auftrieb sorgt vor allem der Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline, die seit den Störungen in der Straße von Hormus zu einer wichtigen Ausweichroute geworden ist. Gleichzeitig wurde ein für heute geplantes Treffen über eine neue Schifffahrtsregelung in der Meerenge verschoben. Auch Heizöl verteuert sich weiter: Im DACH-Raum kostet der Liter heute durchschnittlich rund vier Cent mehr als am Freitag.
Die Nordseesorte Brent notiert am Montagmorgen bei 107,68 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von gut drei Prozent gegenüber Freitag. Die amerikanische Ölsorte WTI kostet 103,15 US-Dollar und hält sich damit über der Marke von 100 US-Dollar, die sie am Freitag erstmals seit Ende Mai wieder zum Handelsschluss überschritten hatte. Gasöl, das an der Londoner Terminbörse ICE gehandelte Mitteldestillat und eine wichtige Referenz für den europäischen Heizölmarkt, zieht auf 1.509,75 US-Dollar je Tonne an.
Im Mittelpunkt steht zum Wochenstart Saudi-Arabien. Drohnenangriffe trafen am Freitag Abschnitte der Ost-West-Pipeline nahe Riad und Medina. Das saudische Energieministerium nahm die rund 1.200 Kilometer lange Leitung vorsorglich außer Betrieb. Seit den Störungen in der Straße von Hormus ist sie zu einer wichtigen Ausweichroute für saudisches Öl zum Hafen Yanbu am Roten Meer geworden. Zuletzt liefen darüber täglich rund vier bis fünf Millionen Barrel, entsprechend etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots.
Wie lange die Leitung ausfällt, ist offen. Die Vorräte an den Exporthäfen am Roten Meer reichen Händlern zufolge bei den bisherigen Liefermengen für etwa fünf bis sieben Tage. Eine mit den Vorgängen vertraute Person rechnet mit fünf bis sechs Wochen Reparaturzeit, eine andere hält eine frühere teilweise Wiederinbetriebnahme für möglich. Bleibt die Pipeline länger außer Betrieb, könnten weitere Export- und schließlich auch Produktionskürzungen nötig werden.
Inzwischen ist auch klarer, woher die Drohnen kamen. Die irakische Regierung bestätigte, dass die Angriffe von irakischem Gebiet aus gestartet wurden, ordnete eine Untersuchung an und entließ den zuständigen Kommandeur. Zudem wurde der Grenzübergang Schalamtscheh zum Iran vorsorglich geschlossen.
Auch die diplomatische Entspannung lässt auf sich warten. Das für heute im omanischen Salala geplante Treffen zwischen Iran und mehreren Staaten am Persischen Golf wurde kurzfristig verschoben. Dort sollte eine zwischen Teheran und Maskat ausgehandelte Regelung für eine neue Schiffsroute durch die Straße von Hormus vorgestellt werden. Omans Außenminister Badr Albusaidi begründete die Verschiebung damit, dass zunächst mehr Einigkeit zwischen den beteiligten Staaten erreicht werden solle. Nach Angaben aus Teheran hatten mehrere Staaten der Region um die Verschiebung gebeten, Bahrain hatte seine Teilnahme bereits zuvor abgesagt. Einen neuen Termin gibt es bislang nicht.
Wie begrenzt die unmittelbare Wirkung der Vereinbarung ohnehin gewesen wäre, hatte Teheran bereits vorab deutlich gemacht. Sie sollte keine sofortige Wiederöffnung der Meerenge bedeuten. Präsident Massud Peseschkian knüpft eine Öffnung weiterhin an das Ende der US-Seeblockade und weiterer militärischer Maßnahmen der USA.
In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute im Bundesschnitt 1,66 Euro und damit rund vier Cent mehr als am Freitag. Wie hoch das ist, zeigt der Blick auf das Jahr 2022. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar schossen damals die Energiepreise nach oben. Stark steigende Öl- und Gasölpreise trafen auf knappe Diesel- und Heizölbestände und eine hohe Nachfrage. Sanktionen und die Unsicherheit über russische Energielieferungen verschärften die Lage zusätzlich und machten Heizöl so teuer wie nie zuvor.
Der teuerste Monat des Jahres 2022 war in Deutschland der März mit durchschnittlich rund 1,61 Euro je Liter. An zweiter Stelle folgte der September mit etwa 1,59 Euro. Ganz erreicht hat 2026 dieses Niveau im Monatsvergleich noch nicht. Im laufenden September liegt der Durchschnitt bislang bei rund 1,54 Euro je Liter. Der Abstand zum teuersten Monatsmittel von 2022 beträgt damit noch rund sieben Cent.
Auch zu den damaligen Tagesspitzen von teilweise 2,15 Euro je Liter besteht weiterhin ein deutlicher Abstand. Die aktuellen Preise sind hoch, bewegen sich aber noch unter den Extremwerten des Jahres 2022. Wie sich der September weiter entwickelt, hängt nun vor allem davon ab, wie lange die Belastungen am Öl- und Produktmarkt anhalten.
Für den Geldbeutel bedeutet das konkret: Eine Bestellung von 3.000 Litern hätte im September 2022 im Monatsmittel rund 4.770 Euro gekostet. Im laufenden September 2026 wären es bislang rund 4.620 Euro. Das sind nur rund 150 Euro weniger. Damit ist auch das Dilemma von der aktuellen Heizsaison beschrieben. Heizöl ist teuer, gleichzeitig rückt die Zeit näher, in der die Heizung wieder häufiger läuft. Wer für den Winter noch bestellen muss, sollte seinen Bedarf ehrlich prüfen und eher in Teilmengen denken.
Auch in Österreich geht es weiter nach oben. In Österreich kostet Heizöl heute durchschnittlich 1,84 Euro je Liter. Der Markt folgt damit dem erneuten Anstieg an den internationalen Ölbörsen.
Börsendaten:
| Montag 14.09.2026 - 11:28 Uhr | Schluss Vortag 13.09.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 108,23 $ pro Barrel | 104,32 $ pro Barrel | +3,75% |
| Gasöl | 1.507,00 $ pro Tonne | 1.478,00 $ pro Tonne | +1,96% |
| Euro/Dollar | 1,1539 $ | 1,1596 $ | -0,49% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,8180 CHF | 0,8158 CHF | +0,27% (etwas fester) |
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