Die Ölpreise geben zum Wochenauftakt leicht nach. An den Börsen herrschen gemischte Gefühle, denn die Befürchtungen über das knappe Angebot einerseits und die mögliche Belastung der Nachfrage durch die Corona-Mutante Delta andererseits, bleiben vorherrschendes Thema. Für die Heizölpreise im Inland setzt sich zum Wochenauftakt die preissteigende Tendenz durch, sodass Verbraucher heute etwa 0,3 Cent bzw. Rappen pro Liter mehr bei ihrer Heizölbestellung einplanen müssen.
Die bullish ausgefallenen US-Bestandsdaten des Department of Energy verloren im Freitagshandel an Kraft und mussten wachsenden Befürchtungen der Anleger Platz einräumen. Die Uneinigkeit der OPEC+-Gruppe schürte Spekulationen über eine zukünftig uneinheitliche Förderstrategie der Mitgliedsstaaten und Verbündeter an. Erst mit der positiven Entwicklung der europäischen Aktienindizes rafften sich die Öl-Futures auf und erhielten am Nachmittag noch zusätzlichen Auftrieb durch die Erholung des EUR/USD-Kurses und Gewinnen an den US-Aktienmärkten. Am Abend markierten die Ölpreise neue Tageshochs und verabschiedeten sich auf diesem Niveau in das Wochenende. Zu Beginn der neuen Handelswoche kommen die Rohöl-Futures ein Stück weit zurück und notieren im frühen Handel bei 75,19 US-Dollar (Brent) und 74,22 US-Dollar (WTI).
Marktteilnehmer spielen aktuell mehrere Szenarien durch, wie es mit der Angebot-Nachfrage-Situation weitergehen könnte. Ohne einen neuen Deal bleiben die aktuellen Fördermengenkürzungen der OPEC+ bestehen. Dass das Angebot knapp ist, zeigten die jüngsten Bestandsdaten aus den USA, wo die Rohölbestände auf ein 17-Monatstief fielen. Auch die zähen Verhandlungen im Atom-Abkommen mit dem Iran werden kurzfristig nicht mehr Öl freigeben können. Trotz der raschen Ausbreitung der Delta-Variante und erneuter Maßnahmen zur Corona-Eindämmung in Ländern mit geringer Impfrate sowie steigender Inzidenzen, die sich auf das Nachfragewachstum auswirken könnten, sieht die Citigroup vor allem im dritten Quartal ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Demnach würden auf der Angebotsseite mehr als 3 Millionen Barrel am Tag fehlen. Am Dienstag werden die die IEA und die OPEC ihre Monatsreports veröffentlichen, in denen sie die Marktentwicklung einschätzen.
Verbraucher müssen zum Wochenbeginn mit einer leichten Teuerung bei den Heizölpreisen rechnen. Die Nachwirkungen vom Freitagshandel sowie der feste EUR/USD-Kurs schwingen nach und hinterlassen leichtes Aufwärtspotenzial im heutigen Tagesverlauf. Die Nachfrage ist in der letzten Woche insgesamt etwas angezogen. Der kleine Preisschlenker nach unten, hat doch den einen oder anderen Ölheizer animiert, in der zweiten Wochenhälfte zu tanken. Auf genau diese Phasen sollten Verbraucher nun achten und einschätzen, welches realistische Abwärtspotenzial die Heizölpreise hergeben, um den Tank für die nächste Heizperiode vollzumachen.
Börsendaten:
| Montag 12.07.2021 - 13:04 Uhr | Schluss Vortag 11.07.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 74,31 $ pro Barrel | 75,58 $ pro Barrel | -1,68% |
| Gasöl | 599,00 $ pro Tonne | 608,75 $ pro Tonne | -1,60% |
| Euro/Dollar | 1,1851 $ | 1,1875 $ | -0,20% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,9159 CHF | 0,9136 CHF | +0,25% (etwas fester) |
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