Mit der Einigung zwischen Saudi-Arabien und den VAE gingen die Ölpreise gestern schnurstracks nach unten und hinterließen auch im Inland deutliches Abwärtspotenzial. Mit der Aussicht auf mehr Rohöl auf den globalen Märkten, konnten selbst die vom DOE gemeldeten massiven Öl-Abbauten nichts ausrichten. Ölheizer können sich heute über eine Einsparung von durchschnittlich 1,2 Cent bzw. Rappen je Liter freuen.
Das Department of Energy veröffentlichte gestern den wöchentlichen Bericht zu den Bestandsveränderungen der US-Rohölvorräte. Die achte Woche in Folge sank das Rohöl-Inventar. Da die massiven Abbauten aber durch gestiegene Exporte zustande kamen und die Benzin- und Destillatbestände trotz eines Rückgangs der Raffinerieauslastung Aufbauten verzeichneten, hielt sich die bullishe Wirkung stark in Grenzen. Die Nachfrage nach Benzin knickte laut Bericht um -2,2 Millionen Barrel/Tag ein, nachdem sie zum Independence Day auf ein Rekordhoch geklettert war. An dem wichtigen US-Feiertag, der an das Jahr 1776 erinnert, in dem die USA seine Unabhängigkeit von Großbritannien erklärte, nehmen die Reiseaktivitäten und die Benzinnachfrage stark zu. Letztendlich waren es versöhnliche Töne aus den Reihen der OPEC, die die Ölbären aus ihrem Standby-Modus holten und die Ölpreise stark belasteten und mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gingen ließen
Als gestern durchsickerte, dass sich die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien auf einen Kompromiss bei den Fördermengen einigen konnten, wuchsen bei Marktteilnehmern die Erwartungen, dass nun zeitnah mehr Öl zur Verfügung stehen könne. Die Angebotsknappheit verlieh den Ölpreisen in den letzten Monaten enorm Auftrieb und hievte sie auf Mehrjahreshochs. In dem OPEC+-Meeting Anfang Juli stellten sich die VAE quer und blockierten die Verhandlungen, da sie durch eine Aufstockung ihrer Produktionsanlagen mehr Kapazitäten hätten, die bei der aktuellen Basislinie von 3,168 Millionen Barrel/Tag nicht berücksichtigt werden. Abu Dhabi forderte, die Basislinie auf 3,8 Millionen Barrel/Tag zu setzen, von der aus die Kürzungen im Rahmen der OPEC+-Vereinbarung über Lieferbeschränkungen berechnet werden. Riad stimmte nun einer Anhebung auf 3,65 Millionen Barrel/Tag ab April 2022 zu. Da Russland auf eine zügige Anhebung der Fördermengen besteht, vermittelte es neben anderen Ländern zwischen den VAE und Saudi-Arabien, um eine zeitnahe Förderungsstrategie auf den Weg zu bringen.
Die bilaterale Einigung ist jedoch nur die Spitze des förderpolitischen Eisbergs. Denn die gesamte OPEC+ muss diesem Deal zustimmen. Bereits jetzt ahnen Experten, dass sich auch andere Mitgliedsländer zu Wort melden und eine Neuberechnung der Produktionsbasis verlangen könnten. Die Organisation kündigte an, einen neuen Termin für das nächste Treffen zu finden, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
Endlich sehen Ölheizer heute eine ordentliche Kehrtwende bei den Heizölpreisen. Mehr als zwei Prozent gehen die Inlandspreise herunter und lassen hoffen, dass sich die Abwärtsbewegung fortsetzt, wenn die OPEC+ endlich zu einer gesamtheitlichen Einigung kommt und sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entspannt. Verbraucher mit Kaufwunsch und Spekulations-Affinität sollten diese Phase nutzen und die Marktreaktionen im Auge behalten. Sparpotenzial ist durchaus vorhanden.
| Donnerstag 15.07.2021 - 12:53 Uhr | Schluss Vortag 14.07.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 73,82 $ pro Barrel | 74,59 $ pro Barrel | -1,03% |
| Gasöl | 597,25 $ pro Tonne | 603,25 $ pro Tonne | -0,99% |
| Euro/Dollar | 1,1825 $ | 1,1836 $ | -0,09% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9145 CHF | 0,9141 CHF | +0,04% (konstant) |
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