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Die Ölbullen übernehmen wieder

Die Ölpreise starten zum Wochenauftakt mit deutlichen Aufschlägen. Hintergrund ist die Ablehnung des iranischen Vorschlags zur Öffnung der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump, mit der die Aussicht auf eine rasche Einigung vom Freitag wieder entfallen ist. Die Zick-Zack-Bewegung an den Börsen setzt sich damit weiter fort. Und auch im Inland kommen die Aufschläge an. Im Schnitt sind es etwa 1,5 Cent je Liter gegenüber Freitag.

Brent, die Nordseesorte und Referenz für den europäischen Markt, notiert am Vormittag 3,71 Prozent höher bei 108,21 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI legt um 3,39 Prozent auf 95,57 US-Dollar zu. Gasöl, das an der Börse gehandelte Vorprodukt für Heizöl, folgt dem Rohöl und verteuert sich um 3,62 Prozent auf 1.482,50 US-Dollar pro Tonne. Damit ist der Rückgang vom Freitag wieder mehr als ausgeglichen.

Auslöser des heutigen Anstiegs ist Trumps Absage an Teheran. Der Iran hatte seinen Vorschlag in der vergangenen Woche über Vermittler aus Katar nach Washington übermittelt, am Samstag lehnte der US-Präsident ihn ab. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal Axios erläuterte er am Sonntag seine Haltung. Der Iran wolle ein Abkommen schließen, es sei aber nicht das Abkommen, das er schließen möchte. Die Bedeutung dieser Entscheidung für den Ölmarkt ergibt sich aus der Rolle der Meerenge. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung durch die Straße von Hormus, seit Monaten passiert nur ein Teil der früheren Mengen. Jede Aussicht auf eine Öffnung senkt die Preise, jede Absage lässt sie steigen. Trump rechnet dennoch mit einer Fortsetzung der Gespräche in dieser Woche

Die iranische Delegation in New York äußert sich zurückhaltender. Aus ihrem Umfeld hieß es, eine neue Verhandlungsrunde sei nicht vorgesehen. Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte im US-Sender NBC, Teheran warte trotz Trumps öffentlicher Ablehnung weiter auf eine offizielle Antwort Washingtons über die Vermittler. Auf eine Wiederaufnahme des Krieges sei sein Land vollständig vorbereitet und bleibe standhaft gegen jede neue Aggression, selbst wenn es zu einem Weltuntergangskrieg komme. Zugleich stehe man für Diplomatie bereit, die Entscheidung liege bei Präsident Trump. Trump seinerseits wollte im Interview mit Fox News weitere Angriffe vor den Kongresswahlen im November nicht ausschließen.

Auf der Angebotsseite hat sich die Lage im September etwas entspannt. Das Analyseunternehmen Kpler beziffert die Rohölexporte der wichtigsten Förderländer des Nahen Ostens für diesen Monat auf 12,8 Millionen Barrel am Tag. Einen höheren Wert hatte die Region seit dem Februar, als der Krieg begann, nicht erreicht. Getragen wird der Zuwachs von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ihr Öl über neue Wege verschiffen. Die saudischen Ausfuhren steuern auf rund 5,4 Millionen Barrel täglich zu und verdoppeln damit gegenüber August. Vom Februar-Niveau bleibt die Region dennoch weit entfernt, täglich fehlen etwa sechs Millionen Barrel. Unterdessen meldete die staatliche Ölgesellschaft NOC in Libyen am Samstag, dass wieder Rohöl vom Ölfeld Sharara zur Raffinerie in Zawiya fließt und die Mengen schrittweise auf das gewohnte Niveau steigen sollen.

Die Heizölpreise in Deutschland steigen zum Wochenstart um rund 1,5 Cent, der Liter kostet im Bundesschnitt aktuell 1,69 Euro. Am stärksten fällt der Anstieg in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern mit gut drei Cent aus, während die Preise in Berlin und Brandenburg um etwa 0,4 Cent je Liter nach oben drehen. Zwischen dem günstigsten Bundesland Hamburg mit ca. 1,65 Euro und dem teuersten Bundesland Hessen mit knapp 1,74 Euro liegen gut neun Cent. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern entspricht das einem Unterschied von rund 270 Euro. Seit Ende Juni hat sich der Liter im Bundesdurchschnitt um rund 60 Cent verteuert, bleibt aber unter der Jahresspitze von knapp 1,80 Euro je Liter, die erst vor zwei Wochen erreicht wurde. Mit der heutigen Teuerung zieht auch die Nachfrage wieder an. Die Sorge, dass es weiter aufwärts geht, veranlasst zum Tanken.

In Österreich kostet der Liter 1,88 Euro. Damit zeigen sich die Preise im Vergleich zum Freitag am Vormittag recht unbewegt und halten das hohe Niveau.


Börsendaten:

Montag 28.09.2026 - 12:18 Uhr Schluss Vortag 27.09.2026 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 108,57 $ pro Barrel 104,34 $ pro Barrel +4,05%
Gasöl 1.475,50 $ pro Tonne 1.430,75 $ pro Tonne +3,13%
Euro/Dollar 1,1370 $ 1,1382 $ -0,11% (konstant)
USD/CHF 0,8317 CHF 0,8283 CHF +0,41% (etwas fester)



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