Die Ölpreise haben am Dienstag nach neuen Spannungen im Persischen Golf deutlich angezogen. Militärische Zwischenfälle rund um die Straße von Hormus und eine angespannte Nachrichtenlage haben die Notierungen im Tagesverlauf nach oben gedreht. Auch am Mittwoch halten sich die Preise auf erhöhtem Niveau. Heizöl zieht mit und verteuert sich im Inland spürbar.
Der Handel begann gestern zunächst schwächer. Die Notierungen gaben am Vormittag nach und testeten niedrigere Niveaus. Mit den Meldungen aus dem Nahen Osten drehte sich das Bild jedoch im Laufe des Tages deutlich. Auslöser waren mehrere Vorfälle, über die das US-Zentralkommando berichtete. Der Iran setzte Raketen in Richtung Kuwait und Bahrain ein. Die Angriffe blieben jedoch ohne größere Wirkung, da die Geschosse weitgehend neutralisiert werden konnten.
Gleichzeitig griffen US-Streitkräfte ein, als Drohnen über der Straße von Hormus auftauchten und sich auf Schiffe zubewegten. Die Fluggeräte wurden abgeschossen. Zudem meldete das US-Militär Angriffe auf Ziele auf der iranischen Insel Qeschm.
Auch auf See kam es zu einem weiteren Eingriff. Ein Tanker auf dem Weg zu einem wichtigen Exportterminal wurde gestoppt und außer Gefecht gesetzt. Seit Mitte April wurden bereits mehrfach Schiffe aufgehalten oder umgeleitet.
Die Vorfälle betreffen damit nun wieder direkt eine der sensibelsten Stellen des Ölmarktes. Von einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus kann aktuell nicht gesprochen werden. Zudem bleibt die tatsächliche Situation rund um die Friedensverhandlungen hinter nebliger Front. Laut Trump wird geredet, laut dem Iran tut man das nicht. Eine klare Richtung ist daraus nicht abzuleiten.
Am Abend kam ein weiterer Impuls hinzu. Das American Petroleum Institute meldete erneut einen deutlichen Rückgang der US-Rohölbestände. Mit minus 6,8 Millionen Barrel fiel der Abbau deutlich stärker aus als erwartet und setzt eine Serie mehrerer Wochen mit sinkenden Beständen fort. Zwar gab es bei Benzin einen Aufbau, insgesamt überwiegt aber das Signal einer knapper werdenden Versorgung. Gerade vor Beginn der sommerlichen Nachfragephase bekommt das zusätzliches Gewicht.
Im Tagesverlauf setzte sich damit eine klare Bewegung durch. Nach dem Rückgang am Vormittag ging es mit den Meldungen am Nachmittag nach oben, die Preise blieben bis zum Abend auf erhöhtem Niveau. Am Mittwochmittag notiert Brent wieder im Bereich um 98 US-Dollar je Barrel, auch Gasöl liegt deutlich über den Vortageswerten. Die Risikoprämie bleibt damit im Markt.
Die Preisaufschläge vom Dienstag schlagen im Inland klar durch. Zum Start in den Mittwoch geht es um rund drei bis vier Cent bzw. Rappen je Liter nach oben. Am Mittag bestätigt sich die Tendenz und die Aufschläge dürften im weiteren Tagesverlauf eingepreist bleiben.
In Deutschland liegt der Durchschnitt aktuell bei etwa 1,22 Euro je Liter. Damit hat sich das Niveau innerhalb von zwei Tagen um mehrere Cent nach oben verschoben, nachdem es zuvor noch deutlich unter 1,20 Euro lag.
In Österreich werden derzeit rund 1,44 Euro je Liter aufgerufen, das ist in etwa das Preisniveau von gestern. Damit bleibt die Abwärtstendenz vorerst erhalten.
Innerhalb kurzer Zeit wurde damit ein Teil der vorherigen Preisrückgänge wieder ausgeglichen und das Preistal hinter sich gelassen. Die aktuellen Aufschläge stehen im direkten Zusammenhang mit dem kräftigen Anstieg bei Gasöl, das zum jetzigen Stand knapp sechs Prozent zu gestern angestiegen ist.
Börsendaten:
| Mittwoch 03.06.2026 - 11:39 Uhr | Schluss Vortag 02.06.2026 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 98,34 $ pro Barrel | 95,94 $ pro Barrel | +2,50% |
| Gasöl | 1.138,00 $ pro Tonne | 1.080,25 $ pro Tonne | +5,35% |
| Euro/Dollar | 1,1612 $ | 1,1631 $ | -0,16% (konstant) |
| USD/CHF | 0,7894 CHF | 0,7867 CHF | +0,34% (etwas fester) |
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